Ihr chirurgischer Ansprechpartner im MARE MED Praxisverbund
in Kiel und Kronshagen. Wir behandeln unsere Patientinnen und
Patienten ambulant und stationär und legen besonderen Wert auf
schonende und minimalinvasive Operationsverfahren.
Standorte & Sprechzeiten
Unsere chirurgischen Sprechstunden finden an zwei
Standorten statt: in Kiel-Hörn und
im MARE Klinikum in Kronshagen.
Bitte vereinbaren Sie für die Sprechstunde einen Termin.
Kronshagen – MARE Klinikum
MARE MED Chirurgie Gunstmann
MARE Klinikum
Eckernförder Straße 219
24119 Kronshagen
Für planbare Termine bitten wir Sie, bevorzugt unsere
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Die dort angezeigten Termine entsprechen unserem aktuellen
Angebot. Durch einen Anruf können wir Ihnen in der Regel
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Rund um die Uhr: Termine jederzeit buchen, verschieben oder absagen.
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Akute chirurgische Notfälle
Bei akuten Beschwerden wie frischen Knochenbrüchen
oder Abszessen erhalten Sie kurzfristige Termine
telefonisch unter
0431 97995 380.
Dringende Termine über Ihre Hausarztpraxis
Stellt Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt die
medizinische Dringlichkeit fest, kann über einen
Hausarztvermittlungsfall direkt ein kurzfristiger
Termin mit unserer Praxis vereinbart werden –
häufig noch am selben Tag.
Behandlungen
Hier finden Sie eine Auswahl der Erkrankungen und Verletzungen, die wir untersuchen und behandeln, sowie der Operationen, die wir durchführen.
Bauch & Leiste
Beschwerden und Erkrankungen im Bauch- und Leistenbereich reichen von häufigen Brüchen bis zu Entzündungen und Verwachsungen. Nicht jeder Befund muss operiert werden. Welche Behandlung sinnvoll ist und welches Verfahren möglichst schonend eingesetzt werden kann, richtet sich nach Ihren Beschwerden und dem jeweiligen Befund.
Leistenbruch
Ein Leistenbruch (Leistenhernie) entsteht, wenn sich Bauchfell
und gegebenenfalls Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Schwachstelle der
Bauchwand in den Leistenkanal vorwölben. Typisch ist eine sicht- oder tastbare
Vorwölbung in der Leiste, die beim Husten, Pressen oder längeren Stehen deutlicher
werden kann. Manche Leistenbrüche verursachen kaum Beschwerden, andere führen
zu Schmerzen, Druck- oder Ziehgefühl.
Muss ein Leistenbruch immer operiert werden?
Nicht jeder Leistenbruch muss unmittelbar operiert werden. Bei einem wenig
symptomatischen Befund kann es in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, zunächst
abzuwarten und den Verlauf zu beobachten. Beschwerden, eine zunehmende
Bruchgröße, Einschränkungen im Alltag oder bestimmte Befundkonstellationen
können dagegen für eine operative Behandlung sprechen.
Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, entscheiden wir nach Untersuchung und
persönlichem Gespräch gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir unter
anderem die Art und Größe des Bruches, Ihre Beschwerden, körperliche Belastungen,
Begleiterkrankungen und bereits vorausgegangene Operationen.
Welche Operation ist bei einem Leistenbruch sinnvoll?
Für die operative Behandlung stehen unterschiedliche bewährte Verfahren zur
Verfügung. Wir führen sowohl minimalinvasive Operationen als
auch offene Leistenbruchoperationen durch. Entscheidend ist
nicht, grundsätzlich dasselbe Verfahren anzuwenden, sondern die für den
jeweiligen Patienten geeignete Methode auszuwählen.
TAPP – minimalinvasive Leistenbruchoperation
Bei der TAPP (transabdominelle präperitoneale Hernienoperation)
erfolgt der Eingriff über kleine Zugänge durch die Bauchdecke. Der Bruch wird
von innen dargestellt und die Schwachstelle der Bauchwand mit einem Netz
verstärkt. Das Verfahren ermöglicht gleichzeitig eine gute Beurteilung beider
Leistenregionen.
TEP – minimalinvasive Operation ohne Eröffnung der Bauchhöhle
Auch bei der TEP (total extraperitoneale Hernienoperation)
wird die Leistenregion über kleine Zugänge versorgt. Im Unterschied zur TAPP
erfolgt die Präparation außerhalb der eigentlichen Bauchhöhle. Auch hierbei
wird die geschwächte Bauchwand in der Regel mit einem Netz stabilisiert.
Offene Leistenbruchoperation
Eine offene Operation kann je nach Befund ebenfalls die geeignete und
schonende Behandlung sein. Ein bewährtes Verfahren ist die
Lichtenstein-Operation, bei der die Leistenregion über einen
direkten Zugang dargestellt und mit einem Netz verstärkt wird.
„Schonende Chirurgie“ bedeutet für uns deshalb nicht automatisch
„minimalinvasiv“. Entscheidend ist, mit dem für die jeweilige Situation
geeigneten Verfahren eine sichere Versorgung bei möglichst geringer
Gewebebelastung zu erreichen.
Leistenbruch auf beiden Seiten
Besteht ein Leistenbruch auf beiden Seiten, können beide Brüche bei geeigneter
Befundkonstellation während derselben minimalinvasiven Operation versorgt
werden. Ob dies sinnvoll ist, klären wir im Rahmen der Operationsplanung.
Minimalinvasive Leistenbruchoperation (TAPP) – von innen gesehen
Die folgenden Aufnahmen zeigen die Versorgung eines Leistenbruchs aus der Sicht der Bauchspiegelung.
1. Leistenbruch Blick auf die Bruchpforte von der Bauchhöhle aus.2. Netzversorgung Das Netz überdeckt die Schwachstelle der Bauchwand großflächig.3. Nach der Einheilung Bei einer späteren Bauchspiegelung ist das eingeheilte Netz praktisch nicht mehr sichtbar.
Leistenbruch und Vasektomie gemeinsam operieren
Ist die Familienplanung abgeschlossen und ohnehin eine
laparoskopische Leistenbruchoperation vorgesehen, kann in
geeigneten Fällen gleichzeitig eine
Vasektomie (Sterilisation des Mannes)
durchgeführt werden. Die Vasektomie kann dabei über den bereits vorhandenen
laparoskopischen Zugang erfolgen, sodass hierfür kein zusätzlicher Hautschnitt
am Hodensack erforderlich ist.
Ob eine Kombination beider Eingriffe medizinisch sinnvoll ist, besprechen wir
individuell. Weitere Beispiele finden Sie unter
Operationen kombinieren.
Wann sollte ein Leistenbruch dringend untersucht werden?
Plötzlich zunehmende starke Schmerzen, eine nicht mehr zurückweichende
Vorwölbung, Übelkeit oder Erbrechen können auf eine Einklemmung hindeuten.
Ein solcher Befund sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Bei ausgeprägten akuten Beschwerden ist eine unmittelbare Vorstellung in einer
geeigneten Notfallversorgung erforderlich.
Leistenbruch-Behandlung bei MARE MED
Wir behandeln Leistenbrüche in Kiel und Kronshagen mit offenen und
minimalinvasiven Operationsverfahren. Welche Methode für Sie am besten geeignet
ist, hängt vom individuellen Befund ab. Unser Ziel ist keine möglichst kleine
Operation um jeden Preis, sondern eine sichere, möglichst
gewebeschonende und langfristig zuverlässige Versorgung.
Ein Nabelbruch (Nabelhernie) entsteht durch eine Schwachstelle
der Bauchwand im Bereich des Bauchnabels. Dadurch können sich Bauchfell oder
Gewebe aus dem Bauchraum nach außen vorwölben. Typisch ist eine sicht- oder
tastbare Vorwölbung am Nabel, die beim Husten, Pressen oder körperlicher
Belastung deutlicher werden kann.
Nabelbrüche können sehr klein und nahezu beschwerdefrei sein, aber auch
Druckgefühl, Ziehen oder Schmerzen verursachen. Größe und Beschwerden können
sich im Laufe der Zeit verändern.
Muss ein Nabelbruch immer operiert werden?
Nicht jeder kleine und beschwerdefreie Nabelbruch bei Erwachsenen muss sofort
operiert werden. Bei geeigneten Befunden kann zunächst eine Beobachtung sinnvoll
sein. Treten Beschwerden auf, nimmt der Bruch an Größe zu oder besteht aufgrund
des Befundes ein erhöhtes Risiko für Probleme, kann eine operative Versorgung
sinnvoll werden.
Die Entscheidung treffen wir nach Untersuchung und persönlicher Beratung.
Dabei berücksichtigen wir insbesondere die Größe der Bruchlücke, die
Beschaffenheit der Bauchwand, Ihre Beschwerden, körperliche Belastungen und
gegebenenfalls bereits vorausgegangene Operationen.
Wie wird ein Nabelbruch operiert?
Für die Operation eines Nabelbruches gibt es unterschiedliche Verfahren.
Welche Methode geeignet ist, hängt wesentlich von der Größe und Beschaffenheit
des Bruches ab.
Direkte Naht bei kleinen Nabelbrüchen
Bei einem kleinen und dafür geeigneten Nabelbruch kann die Bruchlücke direkt
mit einer Naht verschlossen werden. Der Zugang erfolgt dabei unmittelbar im
Bereich des Nabels. Gerade bei kleinen Befunden kann dies eine sehr
gewebeschonende Lösung sein.
Stabilisierung mit einem Netz
Bei größeren Bruchlücken oder einer Befundkonstellation mit erhöhtem
Wiederholungsrisiko kann eine Verstärkung der Bauchwand mit einem
Herniennetz sinnvoll sein. Das Netz soll die Belastung auf
das Gewebe verteilen und die Bauchwand dauerhaft stabilisieren.
Ob eine Netzversorgung erforderlich ist, lässt sich deshalb nicht allein aus
der Diagnose „Nabelbruch“ ableiten. Wir entscheiden dies anhand des
individuellen Befundes und besprechen die geplante Versorgung vor der
Operation mit Ihnen.
Ist eine minimalinvasive Operation immer schonender?
Nein. Gerade bei einem kleinen Nabelbruch kann ein kurzer direkter Zugang am
Nabel weniger aufwendig und gewebeschonender sein als eine Operation über
mehrere laparoskopische Zugänge.
Schonende Chirurgie bedeutet für uns, den zur Größe und Art des
Nabelbruches passenden Eingriff zu wählen – nicht automatisch das
technisch aufwendigste oder das Verfahren mit den kleinsten einzelnen
Hautschnitten.
Was ist eine Rektusdiastase?
Eine Vorwölbung in der Mittellinie des Bauches kann zusätzlich oder anstelle
eines Nabelbruches durch eine Rektusdiastase entstehen. Dabei
stehen die geraden Bauchmuskeln weiter auseinander, ohne dass zwingend eine
echte Bruchlücke vorliegt.
Nabelbruch und Rektusdiastase können auch gemeinsam auftreten. Die
Unterscheidung ist für die Beratung und gegebenenfalls für die Planung einer
Operation wichtig.
Wann sollte ein Nabelbruch dringend untersucht werden?
Plötzlich starke Schmerzen, eine harte oder nicht mehr zurückweichende
Vorwölbung sowie Übelkeit oder Erbrechen können auf eine Einklemmung hindeuten.
Ein solcher Befund sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Bei ausgeprägten akuten Beschwerden ist eine unmittelbare Vorstellung in einer
geeigneten Notfallversorgung erforderlich.
Nabelbruch-Behandlung bei MARE MED
Wir untersuchen und behandeln Nabelbrüche in Kiel und Kronshagen. Unser Ziel
ist eine Versorgung, die zur tatsächlichen Größe und Beschaffenheit des
Bruches passt. Bei einem kleinen Nabelbruch kann dies eine direkte Naht sein;
bei anderen Befunden kann eine Netzverstärkung die sinnvollere Lösung
darstellen.
Gallensteine (Cholezystolithiasis) entstehen in der
Gallenblase und bleiben bei vielen Menschen lange unbemerkt. Beschwerden
entstehen häufig erst dann, wenn ein Stein den Abfluss der Galle behindert
oder die Gallenblase gereizt beziehungsweise entzündet wird.
Typisch sind anfallsartige Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch,
häufig nach dem Essen. Die Schmerzen können in den Rücken oder die rechte
Schulter ausstrahlen und von Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden.
Müssen Gallensteine immer operiert werden?
Nein. Beschwerdefreie Gallensteine müssen in der Regel nicht
operiert werden. Viele Menschen haben Gallensteine, ohne jemals
Beschwerden dadurch zu entwickeln.
Anders ist die Situation bei wiederkehrenden typischen Gallenkoliken,
Entzündungen der Gallenblase oder anderen durch Gallensteine verursachten
Komplikationen. Dann kann die operative Entfernung der Gallenblase die
sinnvollste Behandlung sein.
Entscheidend ist deshalb nicht allein der Nachweis von Gallensteinen,
sondern ob die Beschwerden tatsächlich zu einer Erkrankung der Gallenblase
passen.
Wie werden Gallensteine untersucht?
Neben der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung ist der
Ultraschall des Bauchraumes die wichtigste Untersuchung.
Damit lassen sich Gallensteine, die Gallenblase und häufig auch Hinweise
auf eine Entzündung beurteilen.
Abhängig von den Beschwerden und dem Befund können zusätzlich
Blutuntersuchungen oder weitere bildgebende Untersuchungen erforderlich
sein. Insbesondere muss bei entsprechenden Hinweisen geklärt werden, ob
sich möglicherweise auch Steine im Gallengang befinden.
Wie wird die Gallenblase operiert?
Wenn eine Operation erforderlich ist, wird in der Regel nicht nur der
einzelne Stein, sondern die Gallenblase mitsamt den darin
befindlichen Steinen entfernt. Damit wird die Ursache für die
erneute Bildung von Gallenblasensteinen beseitigt.
Die Operation erfolgt normalerweise
laparoskopisch – also minimalinvasiv. Über kleine Zugänge
werden eine Kamera und feine Operationsinstrumente in den Bauchraum
eingebracht. Die Gallenblase wird sorgfältig von ihren Verbindungen gelöst
und anschließend entfernt.
Warum wird nicht nur der Gallenstein entfernt?
Würde man lediglich einzelne Steine aus der Gallenblase entfernen, bliebe
die Gallenblase als Ort der Steinbildung erhalten. Es könnten sich erneut
Gallensteine bilden. Bei einer operationsbedürftigen
Gallensteinerkrankung ist deshalb die Entfernung der Gallenblase das
etablierte operative Verfahren.
Kann man ohne Gallenblase normal leben?
Die Leber produziert auch nach Entfernung der Gallenblase weiterhin Galle.
Die Gallenblase dient vor allem als Speicher und zur Eindickung der Galle.
Nach der Operation fließt die von der Leber gebildete Galle direkt über
die Gallenwege in den Darm.
Die meisten Menschen können nach abgeschlossener Erholung ohne
Gallenblase normal essen und leben. Individuelle Verdauungsbeschwerden
können jedoch vorkommen.
Wann müssen Beschwerden rasch abgeklärt werden?
Anhaltende oder sehr starke Oberbauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost
können auf eine akute Entzündung hinweisen. Eine Gelbfärbung von Haut oder
Augen kann ein Zeichen für eine Abflussbehinderung der Galle sein.
Auch anhaltendes Erbrechen oder eine deutliche Verschlechterung des
Allgemeinzustandes sollten zeitnah beziehungsweise akut ärztlich
abgeklärt werden.
Bei ausgeprägten akuten Beschwerden ist eine unmittelbare Vorstellung in
einer geeigneten Notfallversorgung erforderlich.
Gallenblasenoperation bei MARE MED
Wir untersuchen und behandeln Patienten mit Gallensteinen in Kiel und
Kronshagen und führen die operative Entfernung der Gallenblase
laparoskopisch durch. Vor einer Operation klären wir, ob die Beschwerden
tatsächlich zur Gallenblase passen und ob eine Operation medizinisch
sinnvoll ist.
Auch hier bedeutet schonende Chirurgie für uns nicht,
möglichst schnell zu operieren, sondern nur dann zu operieren, wenn der
Eingriff aufgrund der Beschwerden und des Befundes sinnvoll ist – und ihn
dann möglichst gewebeschonend durchzuführen.
Eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) ist eine Entzündung des
Wurmfortsatzes (Appendix) am Anfang des Dickdarms. Typisch sind Bauchschmerzen,
die zunächst eher diffus oder um den Bauchnabel beginnen und sich später häufig
in den rechten Unterbauch verlagern. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder
Fieber können hinzukommen.
Verdacht auf akute Blinddarmentzündung?
Eine akute Appendizitis sollte zeitnah ärztlich untersucht werden. Nicht jeder
rechtsseitige Unterbauchschmerz ist eine Blinddarmentzündung, und umgekehrt
verläuft eine Appendizitis nicht bei jedem Menschen nach demselben Muster.
Bei neu aufgetretenen und zunehmenden Beschwerden vereinbaren Sie deshalb bitte
keinen regulären Online-Termin, sondern kontaktieren Sie uns
telefonisch unter 0431 97995 380. Bei starken Schmerzen,
deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes oder ausgeprägten akuten
Beschwerden ist eine unmittelbare Vorstellung in einer geeigneten
Notfallversorgung erforderlich.
Wie wird eine Appendizitis festgestellt?
Grundlage sind die genaue Beschreibung der Beschwerden und die körperliche
Untersuchung. Je nach Befund kommen Blutuntersuchungen und eine
Ultraschalluntersuchung hinzu. In unklaren Situationen können weitere
Untersuchungen oder eine zusätzliche Bildgebung erforderlich sein.
Entscheidend ist die Gesamtschau: Beschwerden, Untersuchungsbefund, Labor und
Bildgebung müssen zusammen bewertet werden.
Muss eine Appendizitis immer operiert werden?
Die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes ist eine bewährte
Behandlung der akuten Appendizitis. Bei ausgewählten unkomplizierten Verläufen
kann heute jedoch auch eine Behandlung ohne sofortige Operation in Betracht
kommen. Ob dies sinnvoll und sicher ist, hängt vom konkreten Befund und vom
Verlauf ab.
Bei einer fortgeschrittenen Entzündung, einem Durchbruch der Appendix oder
anderen komplizierten Befunden kann eine rasche operative Behandlung erforderlich
sein. Deshalb sollte die Entscheidung nicht allein anhand der Stärke der
empfundenen Schmerzen getroffen werden.
Wie wird der Blinddarm operiert?
Wenn eine Operation erforderlich ist, wird nicht der eigentliche Blinddarm
(Zökum), sondern der daran anhängende Wurmfortsatz – die Appendix –
entfernt. Der Eingriff heißt Appendektomie.
Die Operation erfolgt in der Regel laparoskopisch, also
minimalinvasiv. Über kleine Zugänge werden eine Kamera und
Operationsinstrumente in den Bauchraum eingebracht. Dadurch kann der Befund
beurteilt und die entzündete Appendix entfernt werden.
Wiederkehrende Schmerzen und chronische Appendizitis
Wiederkehrende Beschwerden im rechten Unterbauch können viele unterschiedliche
Ursachen haben. Eine immer wieder entzündete oder chronisch veränderte Appendix
kommt als Ursache in Betracht, ist aber wesentlich schwieriger zu beurteilen als
eine typische akute Appendizitis.
Gerade bei länger bestehenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist deshalb eine
sorgfältige Abklärung wichtig. Eine Appendektomie sollte nicht allein deshalb
erfolgen, weil andere Ursachen bisher nicht gefunden wurden, sondern wenn
Krankengeschichte und Befunde eine Erkrankung der Appendix plausibel machen.
Appendizitis-Behandlung bei MARE MED
Wir untersuchen Patienten mit akuten und wiederkehrenden Beschwerden im rechten
Unterbauch und beurteilen, ob eine Erkrankung der Appendix als Ursache infrage
kommt. Ist eine Appendektomie angezeigt, erfolgt sie in der Regel
minimalinvasiv.
Auch bei der Appendizitis bedeutet schonende Chirurgie für uns:
eine Operation dann durchzuführen, wenn sie medizinisch sinnvoll ist, und den
Eingriff möglichst gewebeschonend zu planen.
Adhäsionen (Verwachsungen) sind bindegewebige Verbindungen
zwischen Organen oder Gewebeflächen im Bauchraum, die normalerweise frei
gegeneinander beweglich sind. Sie können insbesondere nach Operationen,
Entzündungen oder anderen Erkrankungen im Bauchraum entstehen.
Viele Verwachsungen verursachen überhaupt keine Beschwerden. Bei manchen
Menschen können sie jedoch mit wiederkehrenden Bauchschmerzen,
Verdauungsbeschwerden oder – in ausgeprägten Fällen – einer Behinderung der
Darmpassage zusammenhängen.
Sind Verwachsungen die Ursache meiner Bauchschmerzen?
Diese Frage lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Adhäsionen sind nach
vorausgegangenen Bauchoperationen häufig, gleichzeitig können Bauchschmerzen
zahlreiche andere Ursachen haben. Der Nachweis oder die Vermutung von
Verwachsungen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sie für bestehende
Beschwerden verantwortlich sind.
Vor einer Operationsentscheidung ist es wichtig, Krankengeschichte,
vorausgegangene Eingriffe, Art und Verlauf der Beschwerden sowie bereits
vorliegende Untersuchungsergebnisse gemeinsam zu betrachten.
Müssen Adhäsionen operiert werden?
Der Nachweis oder die Vermutung von Adhäsionen allein ist keine
Operationsindikation. Eine operative Lösung von Verwachsungen –
die sogenannte Adhäsiolyse – kommt vor allem dann infrage, wenn Beschwerden und
Befunde einen ursächlichen Zusammenhang ausreichend wahrscheinlich machen oder
wenn durch Verwachsungen eine konkrete Komplikation entsteht.
Gerade bei unspezifischen chronischen Bauchschmerzen muss der mögliche Nutzen
eines Eingriffs sorgfältig gegen seine Risiken abgewogen werden.
Warum ist die Entscheidung zur Operation besonders sorgfältig?
Jede Operation im Bauchraum kann selbst wieder neue Verwachsungen verursachen.
Eine Operation ausschließlich mit dem Ziel, vorhandene Adhäsionen zu lösen, ist
deshalb nicht automatisch die schonendste Behandlung.
Schonende Chirurgie bedeutet bei Adhäsionen auch eine zurückhaltende
Operationsindikation. Wir operieren nicht allein deshalb, weil
Verwachsungen vermutet oder beschrieben wurden, sondern wenn vom Eingriff ein
nachvollziehbarer medizinischer Nutzen zu erwarten ist.
Wie werden Verwachsungen operiert?
Ist eine operative Behandlung sinnvoll, können Verwachsungen in geeigneten
Fällen laparoskopisch, also minimalinvasiv, gelöst werden.
Über kleine Zugänge wird der Bauchraum mit einer Kamera dargestellt und die
störenden Verwachsungen werden gezielt voneinander getrennt.
Ob ein minimalinvasives Vorgehen möglich und sinnvoll ist, hängt unter anderem
von vorausgegangenen Operationen, der vermuteten Lage und Ausprägung der
Verwachsungen sowie vom konkreten Behandlungsziel ab.
Können Verwachsungen einen Darmverschluss verursachen?
Ausgeprägte Adhäsionen können den Darm abknicken oder einengen und dadurch einen
Darmverschluss (Ileus) verursachen. Starke oder zunehmende
Bauchschmerzen, ein deutlich geblähter Bauch, wiederholtes Erbrechen oder ein
ausbleibender Stuhl- und Windabgang können Warnzeichen sein.
Bei einem möglichen Darmverschluss handelt es sich nicht um einen regulären
Sprechstundenfall. Solche Beschwerden müssen unverzüglich in einer
geeigneten Notfallversorgung abgeklärt werden.
Behandlung von Verwachsungen bei MARE MED
Wir beraten Patienten mit vermuteten oder bekannten Verwachsungen nach
vorausgegangenen Operationen und beurteilen, ob eine operative Behandlung
sinnvoll sein kann. Dabei ist uns eine realistische Einschätzung besonders
wichtig: Nicht jede Verwachsung verursacht Beschwerden und nicht jeder
chronische Bauchschmerz lässt sich durch eine Adhäsiolyse beheben.
Wenn eine Operation medizinisch sinnvoll erscheint, planen wir den Eingriff so
gezielt und gewebeschonend wie möglich. Wenn der erwartbare Nutzen einer
Operation nicht überzeugt, kann die Entscheidung gegen einen
Eingriff die schonendere Behandlung sein.
Knochenbrüche behandeln wir abhängig von Bruchform, Stellung, Stabilität und Ihren individuellen Anforderungen konservativ oder operativ. Auch die Entfernung von Platten, Schrauben oder anderem Osteosynthesematerial gehört zu diesem Bereich.
Distale Radiusfraktur
Ein Bruch der Speiche nahe dem Handgelenk (distale Radiusfraktur) gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen. Typisch sind Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit nach einem Sturz auf die Hand. Bei stärker verschobenen Brüchen kann eine sichtbare Fehlstellung auftreten.
Wie wird ein Handgelenksbruch untersucht?
Neben der klinischen Untersuchung ist die Röntgenuntersuchung entscheidend. Bei komplexen Gelenkbrüchen kann zusätzlich eine Computertomographie sinnvoll sein, um Bruchlinien und Gelenkfläche genauer zu beurteilen.
Muss eine Radiusfraktur immer operiert werden?
Nein. Nicht oder nur gering verschobene und ausreichend stabile Brüche können häufig ohne Operation behandelt werden. Entscheidend sind unter anderem Fehlstellung, Stabilität, Beteiligung der Gelenkfläche, Knochenqualität und die individuellen funktionellen Anforderungen.
Wann wird operiert?
Bei instabilen oder deutlich verschobenen Brüchen kann eine operative Stabilisierung sinnvoll sein. Häufig erfolgt sie über einen Zugang an der Beugeseite des Handgelenks mit einer winkelstabilen Platte. Ziel ist, Länge, Achse und Gelenkfläche möglichst anatomisch wiederherzustellen und eine funktionelle Nachbehandlung zu ermöglichen.
Schonende Behandlung statt Operation um jeden Preis
Eine Röntgenaufnahme allein entscheidet nicht über die Therapie. Unser Ziel ist die Behandlung, mit der für den jeweiligen Bruch eine möglichst gute Funktion bei vertretbarer Belastung erreicht werden kann. Das kann eine Operation sein – bei geeigneten Brüchen aber ebenso eine konservative Behandlung.
Frischer Handgelenksbruch?
Bei einer frischen Verletzung mit Verdacht auf einen Knochenbruch vereinbaren Sie bitte keinen regulären Online-Termin, sondern kontaktieren Sie uns unter 0431 97995 380. Bei offenen Verletzungen, ausgeprägter Fehlstellung, Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen ist eine sofortige Notfallversorgung erforderlich.
Ein Sprunggelenksbruch entsteht häufig durch Umknicken oder eine Verdrehung des Fußes. Je nach Verletzungsmechanismus können Außenknöchel, Innenknöchel, hintere Tibiakante und die Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein (Syndesmose) betroffen sein.
Wie wird ein Sprunggelenksbruch untersucht?
Nach der klinischen Untersuchung erfolgt in der Regel eine Röntgenuntersuchung. Bei komplexeren Brüchen oder unklarer Beteiligung der Gelenkfläche kann eine Computertomographie für die Operationsplanung sinnvoll sein.
Muss jeder Sprunggelenksbruch operiert werden?
Nein. Stabile, nicht oder nur gering verschobene Brüche können konservativ behandelt werden. Instabile Verletzungen oder relevante Fehlstellungen erfordern dagegen häufig eine operative Stabilisierung. Entscheidend ist, ob das Sprunggelenk unter Belastung dauerhaft stabil und möglichst anatomisch ausgerichtet heilen kann.
Wie wird operiert?
Je nach Bruchform werden die verletzten Knochen mit Platten und Schrauben stabilisiert. Ist die Syndesmose verletzt, muss auch deren Stabilität beurteilt und gegebenenfalls wiederhergestellt werden. Die genaue Operation richtet sich deshalb nach dem individuellen Verletzungsmuster.
Warum sind die Weichteile wichtig?
Am Sprunggelenk liegt über dem Knochen nur wenig Weichteilgewebe. Bei starker Schwellung kann es deshalb sinnvoll sein, mit einer Operation zu warten, bis sich die Haut- und Weichteilverhältnisse gebessert haben.
Frische Verletzung?
Bei Verdacht auf einen frischen Sprunggelenksbruch kontaktieren Sie uns bitte unter 0431 97995 380. Bei offener Verletzung, ausgeprägter Fehlstellung, Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen ist eine sofortige Notfallversorgung erforderlich.
Ein Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur) entsteht häufig nach einem Sturz auf die Schulter. Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Arms sind typische Beschwerden.
Muss ein Schlüsselbeinbruch operiert werden?
Viele Schlüsselbeinbrüche können ohne Operation ausheilen. Ob eine operative Stabilisierung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Lage und Verschiebung des Bruches, Verkürzung, Haut- und Weichteilsituation sowie den individuellen funktionellen Anforderungen ab.
Nicht das Röntgenbild allein entscheidet über eine Operation. Wir berücksichtigen den gesamten Befund und besprechen die Vor- und Nachteile der möglichen Behandlung.
Schlüsselbeinbruch im Röntgenbild
Die Aufnahmen zeigen beispielhaft einen deutlich verschobenen Schlüsselbeinbruch vor und nach operativer Stabilisierung.
1. Vor der Operation Deutlich verschobener Bruch des Schlüsselbeins.2. Nach der Stabilisierung Röntgenkontrolle nach operativer Stabilisierung des Schlüsselbeins.
Wie wird operiert?
Wenn eine operative Stabilisierung angezeigt ist, stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Bruchform, Lage der Fraktur, Verschiebung und Ihren individuellen Voraussetzungen ab.
Häufig erfolgt die Stabilisierung mit einer an die Form des Schlüsselbeins angepassten Platte und Schrauben. Dieses Verfahren ermöglicht eine sehr stabile und genaue Wiederherstellung der Stellung des Schlüsselbeins.
Bei geeigneten Brüchen kann alternativ eine elastisch stabile intramedulläre Nagelung (ESIN) durchgeführt werden. Dabei wird über einen kleinen Hautschnitt ein elastischer Nagel in den Markraum des Schlüsselbeins eingebracht und bis über die Bruchzone vorgeschoben. Im Vergleich zur Plattenosteosynthese ist hierfür in der Regel ein deutlich kleinerer operativer Zugang erforderlich.
Das oben gezeigte Röntgenbild zeigt eine solche minimalinvasive ESIN-Versorgung. Ziel beider Verfahren ist eine stabile Stellung des Bruches und eine möglichst gute Wiederherstellung der Schulterfunktion.
Schonende Chirurgie bedeutet auch hier nicht, dass ein bestimmtes Verfahren grundsätzlich besser ist: Entscheidend ist, welche Versorgung für den jeweiligen Bruch die sinnvollste ist.
Was geschieht mit der Platte?
Eine Platte muss nach knöcherner Heilung nicht automatisch entfernt werden. Stört das Material oder besteht ein anderer nachvollziehbarer Grund, kann später eine Materialentfernung besprochen werden.
Frischer Schlüsselbeinbruch?
Bei einer frischen Verletzung kontaktieren Sie uns bitte unter 0431 97995 380. Bei offenen Verletzungen, drohender Hautschädigung oder Durchblutungs- beziehungsweise Gefühlsstörungen ist eine unmittelbare Notfallversorgung erforderlich.
Wir behandeln eine Vielzahl von Knochenbrüchen an Armen, Beinen und am Schultergürtel. Ob eine Verletzung konservativ oder operativ behandelt werden sollte, hängt von Bruchform, Stabilität, Gelenkbeteiligung, Weichteilen und den funktionellen Anforderungen ab.
Schädel-, Wirbelsäulen- und Beckenfrakturen behandeln wir nicht. Diese Verletzungen gehören in entsprechend spezialisierte Versorgungsstrukturen.
Muss ein Knochenbruch operiert werden?
Nein. Viele stabile Brüche können ohne Operation ausheilen. Eine Operation wird sinnvoll, wenn sich dadurch Stellung, Stabilität oder Gelenkfunktion relevant verbessern lassen oder eine konservative Behandlung keine ausreichend sichere Heilung erwarten lässt.
Schonende Frakturbehandlung
Schonende Chirurgie beginnt bei einem Knochenbruch mit der Frage, ob überhaupt operiert werden muss. Ist eine Operation erforderlich, wählen wir das Verfahren passend zum Verletzungsmuster und versuchen, Knochen und Weichteile möglichst wenig zusätzlich zu belasten.
Nach knöcherner Heilung
Platten, Schrauben oder andere Implantate müssen nicht grundsätzlich wieder entfernt werden. Ob eine spätere Materialentfernung sinnvoll ist, entscheiden wir individuell.
Frischer Knochenbruch?
Bei einer frischen Verletzung mit Verdacht auf einen Knochenbruch kontaktieren Sie uns bitte unter 0431 97995 380. Schwere Verletzungen, offene Brüche, deutliche Fehlstellungen sowie Durchblutungs- oder Gefühlsstörungen gehören unmittelbar in eine geeignete Notfallversorgung.
Nach einer operativen Knochenbruchbehandlung verbleiben häufig Platten, Schrauben oder andere Implantate im Körper. Diese müssen nach abgeschlossener Knochenheilung nicht automatisch entfernt werden.
Wann ist eine Materialentfernung sinnvoll?
Eine Entfernung kann beispielsweise erwogen werden, wenn Implantate mechanisch stören, unter der Haut deutlich hervortreten, Bewegungen beeinträchtigen oder lokale Beschwerden verursachen. Auch Lage des Materials, Alter, Aktivität und die ursprüngliche Verletzung spielen bei der Entscheidung eine Rolle.
Muss Metall nach einer bestimmten Zeit heraus?
Nein. Es gibt keinen für alle Implantate und Patienten gleichermaßen gültigen Zeitpunkt. Zunächst muss der Knochen ausreichend stabil verheilt sein. Bei beschwerdefreiem Material kann es je nach Situation sinnvoll sein, es dauerhaft zu belassen.
Wie läuft die Materialentfernung ab?
Art und Umfang des Eingriffs hängen von Lage und Art des Implantats ab. Häufig kann die vorhandene Narbe erneut genutzt werden. Vor der Operation prüfen wir anhand der vorhandenen Unterlagen und Röntgenbilder, welches Material eingebracht wurde und ob eine Entfernung technisch und medizinisch sinnvoll ist.
Auch eine Materialentfernung ist eine Operation
Die Entfernung erscheint häufig kleiner als die ursprüngliche Knochenbruchoperation, ist aber dennoch ein eigenständiger Eingriff mit möglichen Risiken. Deshalb wägen wir den erwartbaren Nutzen gegen Operations- und Wundrisiken ab. Material wird nicht allein deshalb entfernt, weil es vorhanden ist.
Viele Erkrankungen an Hand, Ellenbogen und Fuß können zunächst konservativ behandelt werden. Wenn Beschwerden trotz geeigneter Behandlung bestehen bleiben oder ein mechanisches Problem vorliegt, kann ein kleiner operativer Eingriff sinnvoll sein.
Karpaltunnelsyndrom
Beim Karpaltunnelsyndrom (KTS, CTS) wird der Mittelnerv (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks eingeengt. Typisch sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl vor allem an Daumen, Zeige- und Mittelfinger, häufig nachts. Bei fortgeschrittener Erkrankung können anhaltende Gefühlsstörungen oder eine Schwäche der Daumenmuskulatur auftreten.
Wie wird ein Karpaltunnelsyndrom festgestellt?
Beschwerden und klinische Untersuchung geben wichtige Hinweise. Häufig ist zusätzlich eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sinnvoll, um die Funktion des Mittelnervs zu beurteilen und die Diagnose abzusichern.
Muss ein Karpaltunnelsyndrom operiert werden?
Nein. Bei leichten oder nur vorübergehenden Beschwerden können zunächst konservative Maßnahmen sinnvoll sein. Bei anhaltenden Beschwerden, deutlichen elektrophysiologischen Veränderungen oder bereits bestehenden neurologischen Ausfällen kann eine operative Entlastung des Nervs angezeigt sein.
Was geschieht bei der Operation?
Bei der Karpaltunneloperation wird das Band über dem Karpaltunnel gespalten und dadurch der Druck auf den Mittelnerv vermindert. Ziel ist, dem Nerv wieder ausreichend Raum zu geben und eine weitere Druckschädigung zu verhindern.
Wie schnell erholt sich der Nerv?
Das hängt wesentlich davon ab, wie lange und wie stark der Nerv vor der Operation geschädigt war. Nächtliches Kribbeln kann sich häufig rasch bessern, während sich länger bestehende Taubheit oder Muskelschwäche langsamer oder nicht vollständig zurückbilden kann.
Ein Schnappfinger oder schnellender Finger (Digitus saltans) entsteht, wenn die Beugesehne beim Gleiten durch das Ringband behindert wird. Der Finger kann beim Beugen oder Strecken schmerzhaft hängen bleiben und anschließend ruckartig weiterspringen.
Warum schnellt der Finger?
Häufig ist die Beugesehne beziehungsweise ihre Sehnenscheide verdickt. Am sogenannten A1-Ringband wird der Raum dadurch zu eng. Beim Durchgleiten entsteht das typische Haken oder Schnappen.
Muss ein Schnappfinger immer operiert werden?
Nein. Abhängig von Dauer und Ausprägung der Beschwerden können zunächst konservative Maßnahmen oder eine Injektionsbehandlung infrage kommen. Bleibt das Schnappen bestehen oder ist der Finger bereits deutlich blockiert, kann eine Operation sinnvoll sein.
Was geschieht bei der Operation?
Bei der Operation wird das einengende A1-Ringband gespalten. Dadurch erhält die Beugesehne wieder ausreichend Platz zum freien Gleiten. Der Eingriff ist klein, erfordert aber eine sorgfältige Präparation zum Schutz der benachbarten Nerven, Gefäße und Sehnen.
Nach der Operation
Eine frühzeitige Bewegung der Finger ist wichtig, um Verklebungen und Steifigkeit zu vermeiden. Umfang und Geschwindigkeit der Belastungssteigerung richten sich nach Wundheilung und individuellem Befund.
Schmerzen an den Sehnenansätzen des Ellenbogens werden häufig als Tennisellenbogen beziehungsweise Golferellenbogen bezeichnet. Medizinisch spricht man von einer Epikondylitis beziehungsweise einer Erkrankung der Sehnenansätze am äußeren oder inneren Ellenbogen.
Ist eine Operation meistens notwendig?
Nein. Die Behandlung ist zunächst überwiegend konservativ. Belastungsanpassung, gezielte Übungsbehandlung und weitere nichtoperative Maßnahmen können die Beschwerden bei vielen Patienten bessern. Die Heilung kann allerdings Geduld erfordern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei über längere Zeit anhaltenden, deutlich einschränkenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung kann eine Operation erwogen werden. Vorher sollte geprüft werden, ob tatsächlich der Sehnenansatz die wesentliche Schmerzursache ist.
Operation beim Tennisellenbogen
Beim therapieresistenten Tennisellenbogen verwenden wir bei geeigneter Indikation ein Verfahren nach Hohmann/Wilhelm. Dabei wird der erkrankte Bereich am Sehnenursprung gezielt behandelt und zusätzlich werden kleine schmerzleitende Nervenäste denerviert.
Das operative Vorgehen beim Golferellenbogen ist nicht automatisch identisch. Die Behandlung richtet sich nach Lokalisation, Befund und den betroffenen Strukturen.
Schonende Chirurgie am Ellenbogen
Gerade bei einer Erkrankung, die in den meisten Fällen ohne Operation behandelt werden kann, bedeutet schonende Chirurgie für uns auch, einen Eingriff erst dann zu empfehlen, wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und eine nachvollziehbare operative Zielstruktur besteht.
Ein eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus, Onychocryptosis) entsteht, wenn ein seitlicher Nagelrand in den Nagelwall drückt. Schmerzen, Rötung und Schwellung sind typisch; bei längerem Verlauf können Entzündung und überschießendes Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) hinzukommen.
Muss der ganze Nagel entfernt werden?
In aller Regel nicht. Unser Ziel ist nicht, den Nagel zu entfernen, sondern das Einwachsen dauerhaft zu verhindern und möglichst viel gesunden Nagel zu erhalten.
Phenolisation der Nagelmatrix
Bei uns erfolgt die Behandlung überwiegend durch eine gezielte Entfernung des eingewachsenen seitlichen Nagelanteils mit anschließender Phenolisation des entsprechenden Matrixanteils. Dadurch soll genau der schmale Nagelabschnitt, der immer wieder einwächst, dauerhaft am Nachwachsen gehindert werden.
Der übrige Nagel und die gesunden Strukturen bleiben möglichst erhalten. Vorhandenes störendes Granulationsgewebe wird bei Bedarf mitbehandelt.
Matrixhornresektion
Je nach Befund kann alternativ eine gezielte operative Entfernung des betreffenden Matrixhorns sinnvoll sein. Auch hierbei geht es darum, nur den problematischen seitlichen Anteil dauerhaft auszuschalten und den Nagel möglichst weitgehend zu erhalten.
Und die klassische Emmert-Plastik?
Großzügigere Keilexzisionen, wie sie traditionell durchgeführt wurden, sind bei unserem heutigen Vorgehen nur noch sehr selten erforderlich. Moderne gewebeschonende Verfahren ermöglichen bei vielen Befunden eine wesentlich gezieltere Behandlung.
Schonende Behandlung mit möglichst natürlichem Ergebnis
Wir möchten den schmerzhaften Nagelrand dauerhaft beseitigen, ohne unnötig viel Nagel oder umliegendes Gewebe zu entfernen. Ein möglichst natürlicher verbleibender Nagel und eine gute funktionelle und kosmetische Abheilung gehören für uns zusammen.
Beim Hallux valgus weicht die Großzehe zunehmend in Richtung der übrigen Zehen ab, während der erste Mittelfußknochen nach innen tritt. Dadurch entsteht der typische Ballen an der Innenseite des Vorfußes. Beschwerden entstehen häufig durch Druck im Schuh, Reizung über dem Ballen oder eine zunehmende Fehlstellung.
Muss ein Hallux valgus operiert werden?
Nein. Eine sichtbare Fehlstellung allein ist keine zwingende Operationsindikation. Entscheidend sind Beschwerden, Einschränkungen und der individuelle Befund. Solange Schuhe und Alltag gut funktionieren, kann eine konservative Behandlung ausreichend sein.
Welche Hallux-valgus-Operation ist die richtige?
Es gibt nicht die eine Hallux-valgus-Operation für jeden Fuß. Die Wahl des Verfahrens richtet sich unter anderem nach Ausmaß und Ort der Fehlstellung, Gelenkverhältnissen und Form des ersten Mittelfußstrahls.
Chevron-Osteotomie
Bei geeigneten Fehlstellungen kann eine Chevron-Osteotomie verwendet werden. Dabei wird der erste Mittelfußknochen im Bereich des Köpfchens gezielt durchtrennt und korrigiert.
Scarf-Osteotomie
Bei anderen Befunden kommt eine Scarf-Osteotomie infrage. Durch die längere knöcherne Korrekturstrecke lässt sich der erste Mittelfußknochen kontrolliert ausrichten und stabilisieren.
Was ist das Ziel der Operation?
Ziel ist nicht lediglich ein schmalerer Fuß, sondern eine möglichst funktionelle Korrektur der schmerzhaften Fehlstellung. Welches Verfahren dafür geeignet ist, legen wir nach Untersuchung und Röntgenbefund individuell fest.
Viele Veränderungen von Haut und Weichteilen sind gutartig. Ob eine Entfernung sinnvoll oder notwendig ist und welches Verfahren sich eignet, hängt von Art, Lage, Beschwerden und Befund ab.
Abszess
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe. Typisch sind eine schmerzhafte Schwellung, Rötung und Überwärmung; manchmal kommen Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.
Reichen Antibiotika bei einem Abszess aus?
Bei einer bereits ausgebildeten Eiterhöhle reichen Antibiotika allein häufig nicht aus. Der Eiter muss dann meist durch einen kleinen operativen Eingriff entlastet werden. Ob zusätzlich ein Antibiotikum erforderlich ist, hängt vom Befund und der allgemeinen Situation ab.
Wie wird ein Abszess behandelt?
Der Abszess wird eröffnet, damit der Eiter abfließen kann und die Höhle gereinigt werden kann. Die Wunde wird anschließend häufig offen weiterbehandelt, damit sie von innen nach außen heilen kann.
Warum sollte man einen Abszess nicht selbst ausdrücken?
Durch Manipulation lässt sich eine tiefer liegende Eiterhöhle häufig nicht ausreichend entleeren. Außerdem kann die Entzündung weiter in das umliegende Gewebe gedrückt oder verschleppt werden.
Akuter Abszess?
Bei einem frischen schmerzhaften Abszess vereinbaren Sie bitte keinen regulären Online-Termin, sondern kontaktieren Sie uns unter 0431 97995 380. Bei hohem Fieber, rasch zunehmender Entzündung, ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder besonderen Risikokonstellationen ist eine unmittelbare Notfallbehandlung erforderlich.
Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor des Fettgewebes. Es zeigt sich häufig als weicher, unter der Haut verschieblicher Knoten. Manche Menschen haben nur ein einzelnes Lipom, andere entwickeln im Laufe ihres Lebens mehrere Fettgewebsknoten an unterschiedlichen Körperstellen.
Muss ein Lipom entfernt werden?
Nein. Ein typisches, beschwerdefreies Lipom muss nicht allein deshalb operiert werden, weil es vorhanden ist. Eine Entfernung kann sinnvoll sein, wenn es wächst, durch Druck oder Bewegung stört, Schmerzen verursacht, kosmetisch belastet oder wenn die Diagnose nicht sicher erscheint.
Nicht jeder tastbare Knoten ist ein Lipom. Rasch wachsende, ungewöhnlich große, schlecht verschiebliche oder tiefer gelegene Befunde können vor einer Operation eine weiterführende Abklärung erfordern.
Wie wird ein Lipom entfernt?
Oberflächlich gelegene Lipome können häufig in örtlicher Betäubung über einen möglichst passend geplanten Hautschnitt vollständig herausgelöst werden. Bei größeren oder tiefer gelegenen Befunden kann ein anderes operatives beziehungsweise anästhesiologisches Vorgehen sinnvoll sein.
Unser Grundsatz lautet: Der Zugang soll so groß wie erforderlich und so klein wie sinnvoll sein.
Mehrere Lipome
Mehrere Lipome können, wenn Lage und Umfang es erlauben, während eines Eingriffs entfernt werden. Bei einer sehr großen Zahl kann eine Behandlung in mehreren Sitzungen sinnvoller sein. Weitere Informationen finden Sie unter Operationen kombinieren.
Entstehen später an anderen Stellen neue Lipome, bedeutet dies nicht, dass ein zuvor vollständig entferntes Lipom wiedergekommen ist. Manche Menschen haben eine Veranlagung zur Bildung mehrerer Lipome.
Jedes entfernte Lipom wird untersucht
Jedes von uns entfernte Lipom wird zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung eingesandt. Auch wenn ein Befund klinisch typisch erscheint, lassen wir das entfernte Gewebe grundsätzlich durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie untersuchen.
Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen. Sollte sich dabei unerwartet ein anderer Befund ergeben, besprechen wir das Ergebnis und gegebenenfalls notwendige weitere Schritte mit Ihnen.
Leberflecke und andere umschriebene Hautveränderungen können aus medizinischen oder persönlichen Gründen störend sein. Viele Veränderungen sind gutartig und müssen nicht entfernt werden. Eine chirurgische Entfernung kann jedoch sinnvoll sein, wenn ein Befund mechanisch stört, wiederholt gereizt oder verletzt wird oder diagnostisch abgeklärt werden soll.
Wer beurteilt auffällige Leberflecke?
Die systematische Hautkrebsvorsorge und die Untersuchung der gesamten Haut gehören in die dermatologische Betreuung. Wird dort oder bei einer anderen Untersuchung die Entfernung einer bestimmten Hautveränderung empfohlen, können wir die chirurgische Exzision übernehmen.
Wie wird eine Hautveränderung entfernt?
Viele umschriebene Hautveränderungen lassen sich in örtlicher Betäubung vollständig ausschneiden. Schnittführung und Wundverschluss planen wir unter Berücksichtigung von Lage, Größe und natürlichem Verlauf der Hautlinien.
Bleibt eine Narbe?
Wo Haut chirurgisch durchtrennt wird, entsteht eine Narbe. Unser Ziel ist eine möglichst günstige Narbenlage und sorgfältige Wundheilung. Eine unsichtbare Narbe können wir nicht versprechen. Gerade bei einer rein kosmetisch störenden Veränderung sollte deshalb auch abgewogen werden, ob die spätere Narbe gegenüber dem ursprünglichen Befund tatsächlich einen Vorteil darstellt.
Jede entfernte Hautveränderung wird untersucht
Jede von uns entfernte Hautveränderung wird feingeweblich untersucht. Das Präparat wird durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie mikroskopisch beurteilt.
Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen. Ergibt die Histologie einen unerwarteten oder behandlungsbedürftigen Befund, nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf und besprechen das weitere Vorgehen.
Warzen sind meist durch humane Papillomviren (HPV) verursachte gutartige Hautveränderungen. Sie können unter anderem an Händen und Füßen auftreten. Besonders Dornwarzen an der Fußsohle können durch Druck beim Gehen schmerzhaft werden.
Müssen Warzen operiert werden?
Nein. Viele Warzen können spontan verschwinden oder zunächst nichtoperativ behandelt werden. Eine chirurgische Behandlung kommt vor allem bei ausgewählten hartnäckigen, schmerzhaften oder mechanisch störenden Befunden infrage, insbesondere wenn andere Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben.
Ist jede warzenähnliche Veränderung wirklich eine Warze?
Nicht jede verhornte oder knotige Hautveränderung ist eine gewöhnliche Viruswarze. Bei unklarem Befund kann eine dermatologische Beurteilung sinnvoll sein. Die systematische Untersuchung der Haut und Hautkrebsvorsorge gehören zum Hautarzt.
Besonderheit an der Fußsohle
Bei einer Warze an der Fußsohle muss der Nutzen einer Operation besonders sorgfältig abgewogen werden, denn auch eine Narbe kann an einer belasteten Stelle Beschwerden verursachen. Schonende Chirurgie kann deshalb auch bedeuten, nicht zu operieren.
Histologische Untersuchung
Wird eine warzenartige Hautveränderung von uns chirurgisch entfernt, wird das Gewebe feingeweblich untersucht. Es gilt unser Grundsatz: Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen.
Ein Ganglion, umgangssprachlich häufig „Überbein“ genannt, ist eine gutartige, mit gallertiger Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung, die meist von einem Gelenk oder einer Sehnenscheide ausgeht. Trotz des Namens handelt es sich nicht um zusätzlichen Knochen.
Ganglien treten besonders häufig an Hand und Handgelenk auf. Sie können lediglich sichtbar sein, aber auch Druckschmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden bei Belastung verursachen.
Muss ein Ganglion entfernt werden?
Nein. Ein beschwerdefreies Ganglion muss nicht automatisch operiert werden. Größe und Sichtbarkeit können schwanken, und manche Ganglien bilden sich spontan zurück.
Punktion oder Operation?
Durch eine Punktion kann sich ein Ganglion vorübergehend verkleinern, es kann sich jedoch erneut füllen. Bei einer Operation wird deshalb versucht, nicht nur die Zyste, sondern auch ihren Stiel beziehungsweise Ursprung am Gelenk oder an der Sehnenscheide zu entfernen.
Wie operieren wir ein Ganglion?
Wir entfernen Ganglien offen über einen gezielt geplanten Zugang. Dabei werden benachbarte Sehnen, Nerven und Gefäße sorgfältig geschont. Besonders an der Beugeseite des Handgelenks können wichtige Gefäßstrukturen unmittelbar benachbart liegen.
Entscheidend ist nicht der kleinstmögliche Hautschnitt, sondern die sichere Entfernung des Ganglions unter Schonung der benachbarten Strukturen.
Ist aufgrund von Lage und Befund ein anderes, beispielsweise arthroskopisches Verfahren sinnvoller, können wir innerhalb von MARE MED an einen entsprechend spezialisierten Kollegen weiterleiten.
Kann ein Ganglion wiederkommen?
Ja. Auch nach sorgfältiger vollständiger Entfernung kann sich erneut ein Ganglion bilden.
Histologische Untersuchung
Jedes von uns entfernte Ganglion wird feingeweblich durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie untersucht. Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen.
Beschwerden am Steißbein können unterschiedliche Ursachen haben. Wir unterscheiden insbesondere zwischen schmerzhaften Steißbeinbeschwerden und einer Steißbeinfistel und wählen die Behandlung entsprechend dem Befund.
Coccygodynie
Coccygodynie (Kokzygodynie) bezeichnet Schmerzen im Bereich des Steißbeins. Besonders das Sitzen auf harten Flächen, längeres Autofahren oder Aufstehen aus dem Sitzen kann erheblich schmerzhaft sein. Bei ausgeprägten Beschwerden können Arbeit, Reisen, Sport und selbst gemeinsame Mahlzeiten deutlich beeinträchtigt werden.
Woher kommen Steißbeinschmerzen?
Beschwerden können nach einem Sturz oder einer anderen Verletzung entstehen, aber auch ohne erinnerliches Trauma. Veränderungen der Beweglichkeit einzelner Steißbeinsegmente, Fehlstellungen oder lokale Reizzustände können eine Rolle spielen. Nicht jeder Schmerz in dieser Region geht jedoch tatsächlich vom Steißbein selbst aus.
Wie wird eine Coccygodynie untersucht?
Eine sorgfältige Anamnese und gezielte Untersuchung sind besonders wichtig. Vor einer Operationsentscheidung muss möglichst plausibel sein, dass das Steißbein selbst die wesentliche Schmerzquelle darstellt und andere Ursachen berücksichtigt wurden.
Muss eine Coccygodynie operiert werden?
Nein. Je nach Befund stehen zunächst konservative Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund. Eine Operation kommt erst bei ausgewählten Patienten mit anhaltenden, erheblichen Beschwerden und einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem Steißbein infrage.
Operative Teilentfernung des Steißbeins
Bei sorgfältig ausgewählten Patienten kann der schmerzverursachende Anteil des Steißbeins operativ entfernt werden. Dabei muss nicht automatisch das gesamte Steißbein entfernt werden. Unser Ziel ist, gezielt den krankhaft veränderten beziehungsweise schmerzverursachenden Abschnitt zu behandeln und nur so viel Gewebe zu entfernen, wie medizinisch erforderlich ist.
Besonderheiten der Wundheilung
Die Operationsregion liegt in einer mechanisch und hygienisch anspruchsvollen Körperregion. Wundheilungsstörungen und Infektionen gehören deshalb zu den Risiken, die vor einem Eingriff ausdrücklich besprochen werden müssen.
Entferntes Gewebe wird feingeweblich untersucht. Auch hier gilt unser Grundsatz: Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen.
Eine Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis, Pilonidalsinus) entsteht meist in der Gesäßfalte. Kleine Hautöffnungen – sogenannte Pits – können Eintrittsstellen für Haare sein. Daraus können sich Fistelgänge, chronische Entzündungen oder ein schmerzhafter Abszess entwickeln.
Die operative Behandlung hat sich deutlich weiterentwickelt. Neben größeren Ausschneidungen stehen heute bei geeigneten Befunden wesentlich gewebeschonendere Verfahren zur Verfügung.
Pit-Picking – kleine Zugänge statt großer Wunde
Das Pit-Picking ist ein gewebeschonendes Verfahren zur Behandlung geeigneter Steißbeinfisteln. Dabei werden die kleinen Eintrittsöffnungen gezielt entfernt und der darunterliegende Fistelbereich behandelt, ohne unnötig große Haut- und Weichteildefekte anzulegen.
Unser Ziel ist nicht, möglichst viel Gewebe zu entfernen, sondern das für den jeweiligen Befund geeignete und möglichst schonende Verfahren einzusetzen.
Ist jede Steißbeinfistel für Pit-Picking geeignet?
Nein. Entscheidend sind Ausdehnung, Lage der Fistelöffnungen, akute Entzündung und vorausgegangene Operationen. Deshalb beurteilen wir den Befund vor der Operationsentscheidung individuell.
Pit-Picking auch beim Rezidiv?
Auch bei einem Rezidiv kann in geeigneten Fällen erneut eine gewebeschonende Behandlung mit Pit-Picking möglich sein. Eine bereits vorausgegangene Operation bedeutet nicht automatisch, dass anschließend nur noch eine großflächige Ausschneidung infrage kommt.
Bei anderen Rezidivbefunden können die Fistelgänge während der Operation mit Farbstoff dargestellt und anschließend über möglichst kleine, gezielt platzierte Zugänge behandelt werden. Bei diesen Eingriffen erfolgt eine perioperative antibiotische Abdeckung.
Ein gutes kosmetisches Ergebnis ist uns wichtig
Viele Patienten sorgen sich nicht nur um Schmerzen und Wundheilung, sondern auch um eine große Narbe oder eine dauerhafte Veränderung der natürlichen Gesäßkontur. Diese Sorge nehmen wir ernst.
Wo es medizinisch sinnvoll ist, versuchen wir gesunde Haut und gesundes Unterhautgewebe zu erhalten und unnötig große Defekte zu vermeiden. Gerade das Pit-Picking ermöglicht bei geeigneten Befunden sehr kleine Zugänge.
So wenig Gewebe wie möglich – aber so viel Behandlung wie erforderlich. Dabei sind uns sowohl die sichere Ausheilung als auch ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis wichtig.
Auch bei längerer Anreise
Auch Patienten mit längerer Anreise stellen sich bei uns gezielt zur Beurteilung und Behandlung mit Pit-Picking vor.
Akuter Abszess an der Steißbeinfistel
Bei einer akut schmerzhaften Schwellung kann sich ein Abszess gebildet haben. In dieser Situation steht zunächst die Behandlung der akuten Entzündung im Vordergrund; die endgültige Behandlung der Fistel kann davon getrennt erfolgen.
Bei einem akuten schmerzhaften Befund kontaktieren Sie uns bitte unter 0431 97995 380. Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl oder rascher Verschlechterung ist eine unmittelbare Notfallversorgung erforderlich.
Kann eine Steißbeinfistel wiederkommen?
Ein Rezidiv ist nach jeder Operationsmethode möglich. Bei einem erneuten Befund prüfen wir wiederum, welches Verfahren möglichst gezielt und gewebeschonend eingesetzt werden kann.
Beschwerden im Anal- und Intimbereich sind häufig sehr persönlich. Untersuchung, Beratung und Behandlung erfolgen deshalb diskret und mit besonderem Augenmerk auf Funktion, Beschwerden und ein möglichst natürliches Ergebnis.
Analvenenthrombose
Ein plötzlich entstandener schmerzhafter Knoten, Knubbel oder eine Beule am After ist häufig eine Analvenenthrombose (Perianalvenenthrombose). Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einer oberflächlichen Vene am Analrand. Der Knoten kann prall, sehr druckempfindlich und bläulich verfärbt sein.
Ist das eine äußere Hämorrhoide?
Im Alltag wird eine Analvenenthrombose häufig als „äußere“ oder „thrombosierte Hämorrhoide“ bezeichnet. Medizinisch handelt es sich jedoch nicht um dasselbe wie die klassischen Hämorrhoiden im Inneren des Analkanals.
Sie müssen die Diagnose nicht selbst kennen. Wenn Sie einen neuen schmerzhaften Knubbel am After bemerken, reicht diese Beschreibung für die Terminvereinbarung völlig aus.
Muss eine Analvenenthrombose operiert werden?
Nein. Kleinere Befunde oder bereits deutlich rückläufige Beschwerden können häufig konservativ behandelt werden. Bei einer frischen, stark schmerzhaften Thrombose kann ein kleiner Eingriff jedoch sehr rasch entlasten.
Wie behandeln wir eine schmerzhafte Analvenenthrombose?
Der Bereich wird zunächst örtlich betäubt. Nach Einsetzen der örtlichen Betäubung ist der eigentliche Eingriff schmerzfrei. Über dem Knoten entfernen wir spitzoval einen kleinen Hautanteil und das darunterliegende Blutgerinnsel. Der eigentliche operative Eingriff dauert typischerweise nur wenige Minuten; anschließend wird ein Verband angelegt.
Warum entfernen wir dabei auch etwas Haut?
Würde lediglich ein sehr kleiner Stichschnitt angelegt und nur das Gerinnsel herausgedrückt, kann ein leerer Hautüberschuss zurückbleiben. Durch die sparsame spitzovale Entfernung der überdehnten Haut kann die Region flacher und glatter abheilen.
Unser Ziel ist nicht nur eine schnelle Schmerzlinderung, sondern auch eine möglichst glatte Abheilung mit einem guten funktionellen und kosmetischen Ergebnis.
Was kann nach der Abheilung zurückbleiben?
Nach einer größeren Analvenenthrombose kann eine weiche Hautfalte zurückbleiben. Eine solche Mariske ist meist harmlos, kann aber bei Hygiene oder mechanischer Reizung stören.
Akute Beschwerden?
Bei einem frisch aufgetretenen, stark schmerzhaften Knoten kontaktieren Sie uns bitte unter 0431 97995 380, statt auf einen regulären Online-Termin zu warten. Nicht jeder schmerzhafte Knoten ist eine Analvenenthrombose. Fieber, rasch zunehmende Entzündung oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl erfordern eine dringende ärztliche Abklärung.
Marisken sind weiche Hautfalten oder Hautläppchen am Analrand. Viele Menschen beschreiben sie zunächst einfach als „Hautfalte“, „Hautlappen“ oder „Knubbel am After“ und vermuten dahinter Hämorrhoiden. Marisken sind jedoch keine klassischen Hämorrhoiden.
Sie können unter anderem nach einer abgeheilten Analvenenthrombose zurückbleiben.
Müssen Marisken entfernt werden?
Nein. Beschwerdefreie Marisken sind gutartig und müssen nicht operiert werden. Eine Entfernung kann sinnvoll sein, wenn sie die Analhygiene erschweren, wiederholt gereizt oder entzündet sind, mechanisch stören oder persönlich beziehungsweise kosmetisch erheblich belasten.
Wenn die Hautfalte die Hygiene erschwert
Zwischen ausgeprägten Hautfalten können Feuchtigkeit und Stuhlreste zurückbleiben. Das kann Juckreiz, Reizung und den Eindruck unzureichender Sauberkeit verursachen. Die Entfernung einer störenden Mariske kann deshalb auch einen funktionellen Nutzen haben.
Wie werden Marisken entfernt?
Marisken werden in der Regel chirurgisch ausgeschnitten. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung erfolgen. Bei ausgeprägteren Befunden, Begleiterkrankungen oder wenn ein Eingriff in dieser intimen Region in örtlicher Betäubung eine erhebliche Belastung darstellen würde, ist auch eine ambulante Kurznarkose möglich.
Niemand muss einen Eingriff in dieser intimen Körperregion in örtlicher Betäubung durchführen lassen, wenn dies für ihn eine erhebliche Belastung darstellen würde.
Offene Wundheilung oder Naht?
Nach der Entfernung lassen wir die Wunde meist offen heilen. Nur bei größeren geeigneten Defekten kann in Einzelfällen ein Wundverschluss mit resorbierbarem Nahtmaterial sinnvoll sein.
Können mehrere Marisken gleichzeitig entfernt werden?
Mehrere Marisken können häufig in einer Sitzung behandelt werden. Bei sehr ausgedehnten oder nahezu ringförmig um den After verteilten Hautfalten kann dagegen eine Behandlung in mehreren Eingriffen sinnvoller sein. So bleibt ausreichend gesunde, bewegliche Haut erhalten.
Funktion und Aussehen gehören zusammen
Unser Ziel ist eine möglichst glatte natürliche Kontur mit guter Funktion und einem möglichst guten kosmetischen Ergebnis.
Jede entfernte Mariske wird untersucht
Jede von uns entfernte Mariske wird durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie feingeweblich untersucht. Was wir entfernen, lassen wir auch untersuchen.
Eine Zirkumzision ist die operative Entfernung der Vorhaut des Penis. Bei erwachsenen Männern kann eine Beschneidung aus medizinischen Gründen, aber ebenso aus persönlichen, kulturellen oder religiösen Gründen gewünscht sein.
Wenn die Vorhaut zu eng ist
Eine Phimose (Vorhautverengung) kann Schmerzen bei Erektion oder Geschlechtsverkehr verursachen, wiederholt einreißen, Entzündungen begünstigen oder die Hygiene erschweren. Eine Vorhautverengung kann auch erst im Erwachsenenalter entstehen.
Nicht jede Verengung erfordert automatisch eine vollständige Beschneidung. Je nach Ursache und Befund können konservative oder vorhauterhaltende Verfahren infrage kommen.
Beschneidung aus religiösen, kulturellen oder persönlichen Gründen
Wir führen Zirkumzisionen bei erwachsenen Männern auch durch, wenn keine medizinische Erkrankung vorliegt und der Eingriff aus religiösen, kulturellen oder persönlichen Gründen gewünscht wird. Diese Gründe behandeln wir genauso respektvoll und selbstverständlich wie eine medizinische Indikation.
Besteht keine medizinische Indikation, handelt es sich in der Regel um eine Selbstzahlerleistung. Die entstehenden Kosten werden vor dem Eingriff transparent besprochen.
Vollständige oder vorhauterhaltende Operation?
In deutlich über 90 Prozent unserer Zirkumzisionen wird die Vorhaut vollständig entfernt. Wenn der Erhalt der Vorhaut gewünscht ist und der Befund dafür geeignet ist, können jedoch auch vorhauterhaltende Verfahren zur Erweiterung einer Engstelle durchgeführt werden.
Ambulante Operation in Vollnarkose
Wir führen die Zirkumzision bei Erwachsenen ambulant in Vollnarkose durch. Dadurch erlebt der Patient das operative Setting nicht bewusst. Nach der Operation erfolgt die postoperative Überwachung, bevor die Entlassung nach Hause möglich ist.
Funktion und kosmetisches Ergebnis
Bei einer vollständigen Beschneidung bleibt die Eichel anschließend dauerhaft frei. Bei der Operationsplanung achten wir auf eine gleichmäßige Hautverteilung, einen sorgfältigen Wundverschluss und darauf, ausreichend Haut für eine spannungsfreie Erektion zu erhalten.
Eine Beschneidung verändert die Anatomie und damit auch die Wahrnehmung am Penis. Wie sich dies individuell auf die Sexualität und das Empfinden auswirkt, lässt sich vor einer Operation nicht zuverlässig vorhersagen.
Jede entfernte Vorhaut wird untersucht
Jede von uns entfernte Vorhaut wird unabhängig vom Grund der Operation feingeweblich untersucht. Erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie beurteilen das Gewebe mikroskopisch.
Auch Veränderungen, die bei der Untersuchung zunächst gutartig oder typisch erscheinen, können erst unter dem Mikroskop sicher eingeordnet werden. In seltenen Fällen können dadurch zuvor nicht erkannte krankhafte oder bösartige Veränderungen festgestellt werden.
Die Vasektomie ist eine operative Sterilisation des Mannes. Dabei werden die Samenleiter unterbrochen, sodass Spermien nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen können. Der Eingriff ist für Männer gedacht, deren Familienplanung abgeschlossen ist und die eine dauerhafte Form der Verhütung wünschen.
Eine Vasektomie ist als endgültige Entscheidung gedacht
Eine Vasektomie sollte als endgültige Entscheidung zur dauerhaften Sterilisation verstanden werden. Eine spätere operative Wiederverbindung der Samenleiter kann zwar versucht werden, ihr Erfolg ist jedoch nicht sicher. Die Möglichkeit einer späteren Rekonstruktion sollte deshalb nicht Grundlage der Entscheidung für eine Vasektomie sein.
Was verändert sich nach der Vasektomie?
Die Hoden produzieren weiterhin Testosteron. Erektion, Orgasmus und die grundsätzliche sexuelle Funktion werden durch die Unterbrechung der Samenleiter nicht unmittelbar verändert. Auch ein Samenerguss findet weiterhin statt; die Spermien machen nur einen kleinen Anteil des Ejakulatvolumens aus.
Eine Vasektomie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Die Vasektomie wirkt nicht sofort
Eine Vasektomie wirkt nicht unmittelbar nach der Operation. In den ableitenden Samenwegen können sich noch befruchtungsfähige Spermien befinden. Deshalb muss zunächst weiterhin sicher verhütet werden.
Erst nach der vorgesehenen postoperativen Untersuchung des Ejakulats und unserer ausdrücklichen ärztlichen Freigabe darf auf die bisherige Verhütung verzichtet werden.
Wie wird die Vasektomie betäubt?
Wir führen die Vasektomie fast immer in örtlicher Betäubung durch. Wenn dies individuell gewünscht oder medizinisch sinnvoll ist, ist auch eine Durchführung in Vollnarkose möglich.
Vasektomie und Leistenbruchoperation kombinieren
Bei Männern, bei denen ohnehin eine laparoskopische Leistenbruchoperation geplant ist und gleichzeitig der Wunsch nach einer dauerhaften Sterilisation besteht, können wir beide Eingriffe in geeigneten Fällen miteinander kombinieren.
Der Samenleiter kann dabei im Rahmen des laparoskopischen Eingriffs von innen erreicht werden. Für die Vasektomie ist dadurch kein zusätzlicher Hautschnitt am Hodensack erforderlich.
Form und Größe der inneren Schamlippen unterscheiden sich von Frau zu Frau erheblich. Es gibt nicht die eine „richtige“ oder „normale“ Form. Eine Labialplastik kann jedoch sinnvoll sein, wenn vergrößerte innere Schamlippen im Alltag konkrete Beschwerden verursachen.
Die meisten Patientinnen, die sich bei uns vorstellen, berichten über funktionelle Beschwerden: Reiben oder Druck beim Sport, insbesondere beim Fahrradfahren oder Reiten, Einklemmen in enger Kleidung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder wiederkehrende lokale Reizungen. Rein kosmetische Beweggründe stehen bei unseren Patientinnen deutlich seltener im Vordergrund.
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Einige Patientinnen berichten zusätzlich über wiederkehrende Harnwegsinfektionen; mitunter erfolgt die Vorstellung auch auf Empfehlung der behandelnden Gynäkologin oder des behandelnden Gynäkologen.
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist jedoch nicht ausreichend belegt, dass vergrößerte innere Schamlippen generell rezidivierende Harnwegsinfektionen verursachen oder dass eine Labialplastik diese zuverlässig verhindert. Eine Schamlippenverkleinerung versprechen wir deshalb nicht als Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfektionen. Wiederkehrende Harnwegsinfektionen sollten unabhängig davon gynäkologisch beziehungsweise urologisch abgeklärt werden.
Funktion und natürliches Erscheinungsbild
Funktionelle Beschwerden und der Wunsch nach einem natürlichen Erscheinungsbild lassen sich bei einem Intimeingriff nicht sinnvoll voneinander trennen. Beides berücksichtigen wir bei der Operationsplanung.
Unser Ziel ist, nur so viel Gewebe zu entfernen, wie zur Behandlung der Beschwerden erforderlich ist, und dabei eine natürlich wirkende Form und ausreichende Gewebefunktion zu erhalten.
Welche Operationstechnik verwenden wir?
Am häufigsten verwenden wir eine Trim- beziehungsweise Edge-Technik. Dabei wird der störende Anteil der inneren Schamlippe entlang ihres Randes entfernt und die natürliche Kontur neu geformt.
Die Operationsmethode wird jedoch nicht schematisch festgelegt. Anatomie, Ausprägung, vorhandene Asymmetrien und das gewünschte Ergebnis bestimmen das Vorgehen. Die Wunde wird mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen.
Ein geschütztes Setting für einen sehr persönlichen Eingriff
Eine Labialplastik betrifft einen besonders intimen Körperbereich. Uns ist deshalb wichtig, dass sich unsere Patientinnen während der gesamten Behandlung sicher und respektvoll aufgehoben fühlen.
Wir führen den Eingriff grundsätzlich ambulant in Vollnarkose im OP-Bereich des MARE Klinikums durch. Die etwa 30-minütige Operation findet in Steinschnittlage und mit einem vollständigen OP-Team statt. Durch die Vollnarkose erlebt die Patientin dieses operative Setting nicht bewusst.
Nach der Operation erfolgt die weitere Betreuung und Überwachung im Krankenhaus. Anschließend kann die Patientin unser Krankenhaus wieder verlassen und sich zu Hause weiter erholen.
Vorbereitung des Gewebes
Ist das Gewebe im Intimbereich sehr trocken, dünn oder empfindlich, kann in ausgewählten Fällen vor der Operation eine lokale vaginale Östrogenbehandlung sinnvoll sein. Ob dies angezeigt ist, entscheiden wir individuell und nicht allein anhand des Lebensalters.
Wenn ohnehin mehrere operative Eingriffe geplant sind, stellt sich häufig die Frage, ob sie in einer gemeinsamen Operation und Narkose durchgeführt werden können. Das kann in geeigneten Fällen sinnvoll sein – aber nicht alles, was technisch kombinierbar wäre, sollte auch miteinander kombiniert werden.
Wann kann eine Kombination sinnvoll sein?
Entscheidend sind Art und Dauer der einzelnen Eingriffe, Operationsregionen, Narkosebelastung, Infektionsrisiko, Begleiterkrankungen und die zu erwartende Erholung nach der Operation. Wir prüfen deshalb individuell, ob eine gemeinsame Operation tatsächlich einen Vorteil bietet.
Mehrere Lipome in einer Operation
Bei Patienten mit mehreren Lipomen können häufig mehrere Knoten in einem Eingriff entfernt werden. Bei sehr vielen Lipomen oder ungünstig verteilten Operationsregionen kann dagegen eine Aufteilung auf mehrere Termine schonender sein.
Leistenbruchoperation und Vasektomie
Eine besondere Kombination ist bei geeigneten Männern die laparoskopische Leistenbruchoperation zusammen mit einer Vasektomie. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, kann der Samenleiter während der ohnehin geplanten laparoskopischen Operation von innen erreicht werden.
Für die Vasektomie ist dadurch kein zusätzlicher Hautschnitt am Hodensack erforderlich. Die für die Leistenbruchoperation notwendigen kleinen Hautzugänge bleiben selbstverständlich bestehen.
Eine Narkose ist nicht automatisch besser als zwei
Eine gemeinsame Narkose kann praktisch und medizinisch sinnvoll sein. Wird eine Operation dadurch jedoch unnötig lang oder entstehen ungünstige Kombinationen hinsichtlich Wundheilung, Infektionsrisiko oder Nachbehandlung, kann eine Aufteilung die bessere Lösung sein.
Schonende Chirurgie bedeutet auch hier, nicht möglichst viel in einer Sitzung zu erledigen, sondern die medizinisch sinnvollste Kombination zu wählen.
In unserer chirurgischen Praxis betreuen wir Sie
von der ersten Untersuchung über eine eventuell
notwendige Operation bis zur Nachbehandlung.
Ambulante und stationäre Operationen führen wir
sowohl im MARE Klinikum in Kronshagen als auch
im Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel durch.
Ärztliches Team
Rainer Gunstmann
Facharzt für Chirurgie
Facharzt für Unfallchirurgie
Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der ambulanten
und stationären Chirurgie.
Nach meiner fachärztlichen Ausbildung
war ich mehrere Jahre als Oberarzt im
Krankenhaus und als Leitender Notarzt
tätig. Heute liegt ein besonderer
Schwerpunkt meiner Arbeit auf schonenden
und minimalinvasiven Operationsverfahren.
Wichtig ist mir eine persönliche und
kontinuierliche Betreuung. Untersuchung,
Beratung, Operationsentscheidung und
Nachbehandlung gehören für mich zusammen.
Verstärkung ab Januar 2027
Eine weitere erfahrene Fachärztin
verstärkt unser ärztliches Team.
Sie wechselt aus oberärztlicher
Tätigkeit zu uns und erweitert die
chirurgische Versorgung unserer
Patientinnen und Patienten in Kiel
und Kronshagen.
Weitere Informationen zu unserer
neuen Kollegin folgen in Kürze.
Unser Praxisteam
Unser Praxisteam begleitet Sie durch die gesamte Behandlung:
von der Termin- und Sprechstundenorganisation über die Assistenz
bei Untersuchungen und Eingriffen bis zur Vor- und Nachbehandlung.
Für unser Team der MARE MED Chirurgie Gunstmann
suchen wir eine Medizinische Fachangestellte (m/w/d)
oder eine vergleichbar qualifizierte medizinische Fachkraft
– in Voll- oder Teilzeit.
Wir sind eine moderne chirurgische Praxis mit einem breiten
ambulanten und operativen Behandlungsspektrum und Teil des
MARE MED Praxisverbundes mit mehr als 50 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern.
Ihr Arbeitsplatz bei uns ist vielseitig: Sie betreuen unsere
Patientinnen und Patienten in der Sprechstunde, übernehmen
organisatorische Aufgaben und assistieren bei Untersuchungen
und Eingriffen. Dabei arbeiten Sie eigenständig in unserem
chirurgischen Team und sind gleichzeitig Teil eines größeren
Praxisverbundes.
Was Sie bei uns erwartet
Übertarifliche Bezahlung und eine
betriebliche Altersvorsorge gehören für uns
ebenso zu einem guten Arbeitsplatz wie verlässliche
Rahmenbedingungen. Wir bieten geregelte Arbeitszeiten
ohne Wochenend-, Nacht- oder Bereitschaftsdienste.
Die Stelle ist in Vollzeit oder Teilzeit möglich.
Fort- und Weiterbildungen unterstützen wir ausdrücklich.
Parkmöglichkeiten, Arbeitskleidung und Getränke stellen wir
ebenfalls zur Verfügung.
Uns sind ein kollegiales Miteinander, gegenseitige Unterstützung
und ein respektvoller Umgang wichtig. Wir wünschen uns
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen,
mitdenken und eigene Ideen einbringen.
Erfahrung in der Chirurgie ist willkommen, aber keine Voraussetzung.
Interesse?
Dann sollten wir uns kennenlernen. Für den ersten Kontakt
brauchen Sie keine aufwendige Bewerbungsmappe. Schreiben Sie uns
einfach kurz per E-Mail, wer Sie sind und wie wir Sie erreichen
können.