Team der MARE MED Chirurgie Gunstmann
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Heute keine Sprechstunde. Nächste Sprechstunde: Montag, 09.11.2026, ab 14 Uhr in Kronshagen. Hinweis: Am Donnerstag, 12.11.2026: erst Operationen, Sprechstunde 14–16 Uhr in Kronshagen.

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Eingewachsener Zehennagel – Unguis incarnatus

Ein eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus, Onychocryptosis) entsteht, wenn ein seitlicher Nagelrand in den umgebenden Nagelwall drückt. Besonders häufig ist der große Zeh betroffen. Anfangs verursacht dies meist Druckschmerzen; später können Rötung, Schwellung und eine ausgeprägte Entzündungsreaktion mit überschießendem Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) hinzukommen.

Nicht jeder eingewachsene Fußnagel muss operiert werden. Wir besprechen mit Ihnen, wann eine konservative Behandlung ausreicht und wann ein kleiner ambulanter Eingriff sinnvoll ist. Wenn wir operieren, bevorzugen wir seit Langem eine möglichst gewebeschonende Behandlung mit Phenol, bei der der überwiegende Teil des Nagels erhalten bleibt.

Wie sieht ein entzündeter, eingewachsener Zehennagel aus?

Die schematischen Illustrationen zeigen einen typischen ausgeprägten Befund am Großzeh. Der Nagelrand wächst auf der zum zweiten Zeh gerichteten Seite (fibularseitig) ein. Bei leichteren Befunden kann die Hautveränderung wesentlich unauffälliger aussehen.

Medizinische Illustration eines Großzehs aus Patientenperspektive mit gerötetem, geschwollenem Nagelwall auf der Seite zu den kleineren Zehen.
1. Aus Patientenperspektive
Eingewachsener Großzehennagel mit entzündetem Nagelwall auf der Seite zu den kleineren Zehen (fibularseitig). Die gestrichelte Linie markiert schematisch die Grenze des seitlichen Nagelstreifens, der bei der dargestellten Behandlung entfernt wird.
Medizinische Detailillustration des entzündeten seitlichen Nagelwalls mit Rötung, Schwellung, Granulationsgewebe und Sekretkrusten.
2. Detailansicht von schräg vorn
Am eingewachsenen Nagelrand sind Rötung, Schwellung, überschießendes Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) und eingetrocknete Sekretreste dargestellt. Die gestrichelte Linie veranschaulicht die schmale seitliche Nagelentfernung; der übrige Nagel soll erhalten bleiben.

Was kann ich bei einem eingewachsenen Zehennagel selbst tun?

Bei leichten Beschwerden ohne stärkere Entzündung können eine Entlastung des Nagelwalls, ausreichend weite Schuhe und eine fachkundige podologische Behandlung helfen. Schneiden Sie die seitlichen Nagelecken nicht tief heraus und versuchen Sie nicht, einen entzündeten Nagelrand selbst aus dem Gewebe zu schneiden. Das kann die Beschwerden verschlimmern.

Bei zunehmenden Schmerzen, stärkerer Rötung, Schwellung, Eiterbildung oder wiederkehrenden Beschwerden sollte der Zeh ärztlich untersucht werden. Insbesondere bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einer gestörten Wundheilung ist eine frühzeitige ärztliche Beurteilung wichtig.

Kann eine Nagelspange eine Operation vermeiden?

Eine Nagelkorrekturspange kann insbesondere bei stark gekrümmten oder eingerollten Nägeln sinnvoll sein. Die Anpassung gehört in die Hände entsprechend erfahrener Podologinnen und Podologen.

Bei einem klassischen eingewachsenen Nagel, insbesondere bei ausgeprägter oder wiederkehrender Entzündung, sind die Erfolgsaussichten einer Spangenbehandlung nach unserer Erfahrung häufiger begrenzt. Ein konservativer Versuch kann dennoch sinnvoll sein, solange dadurch eine erforderliche operative Behandlung nicht unnötig verzögert wird.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine operative Behandlung kommt insbesondere bei anhaltenden Schmerzen, deutlicher Entzündung, überschießendem Granulationsgewebe oder wiederholtem Einwachsen des Nagels infrage. Entscheidend sind der individuelle Befund, die bisherige Behandlung und Ihre Beschwerden.

Muss der ganze Nagel entfernt werden?

In aller Regel nicht. Unser Ziel ist nicht, den gesamten Nagel zu entfernen, sondern das erneute Einwachsen des problematischen Nagelrandes möglichst dauerhaft zu verhindern und dabei möglichst viel gesunden Nagel zu erhalten.

Wie funktioniert die Phenolbehandlung des eingewachsenen Zehennagels?

Wir führen diese Eingriffe ambulant in örtlicher Betäubung in unserem Eingriffsraum durch. Zunächst wird nur der schmale, eingewachsene seitliche Nagelanteil entfernt. Anschließend behandeln wir den dazugehörigen Anteil der Nagelmatrix gezielt mit Phenol. Dieser Matrixanteil soll dadurch dauerhaft daran gehindert werden, erneut den einwachsenden Nagelstreifen zu bilden.

Der übrige Nagel und möglichst viel gesundes Gewebe bleiben erhalten. Störendes überschießendes Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) wird bei Bedarf mitbehandelt. Eine Vollnarkose ist für diesen Eingriff normalerweise nicht erforderlich.

Welche anderen Operationsverfahren gibt es?

Gezielte Matrixhornresektion

Je nach Befund kann alternativ der seitliche, für das Einwachsen verantwortliche Anteil der Nagelmatrix chirurgisch entfernt werden. Auch hierbei versuchen wir, die gesunden Strukturen und den übrigen Nagel möglichst weitgehend zu erhalten.

Die klassische Emmert-Plastik

Die früher häufig durchgeführte ausgedehntere Nagelkeilresektion (Emmert-Plastik) ist nach unserem heutigen Behandlungskonzept nur noch in ausgewählten, besonders schwierigen Fällen sinnvoll. Bei vielen Befunden lässt sich das Problem mit einem kleineren, weniger traumatisierenden Eingriff gezielter behandeln.

Über 20 Jahre Erfahrung – im Einklang mit aktuellen Leitlinien

Seit rund 20 Jahren behandeln wir eingewachsene Zehennägel in hoher Fallzahl. Dabei bevorzugen wir seit Langem möglichst gewebeschonende Verfahren, insbesondere die partielle Nagelentfernung mit anschließender Phenolbehandlung der Nagelmatrix. Unser Ziel ist eine möglichst dauerhafte Beschwerdefreiheit bei geringer Gewebebelastung und einer schnellen Rückkehr in den Alltag.

Diese Behandlungsstrategie wird auch von der aktuellen AWMF-S1-Leitlinie „Management des eingewachsenen Nagels“ (2025) gestützt. Sie beschreibt die partielle Matrixverödung mit Phenol als etabliertes, schonendes Standardverfahren mit guten Erfolgsraten und geringen Ausfallzeiten. Aufwendigere Gewebeentfernungen können heute vielfach vermieden werden. Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist, entscheiden wir nach der Untersuchung.

AWMF-Leitlinie „Management des eingewachsenen Nagels“, Registernummer 013-106

Wie erfolgt die Wundversorgung nach der Phenolbehandlung?

Bereits bei der Operationsplanung vereinbaren wir den ersten Kontrolltermin, normalerweise ein bis vier Tage nach dem Eingriff. Dabei wechseln wir den Verband und beurteilen den Heilungsverlauf. Anschließend genügt meist schon ein einfacher Pflasterverband.

Eine gewisse Wundsekretion ist nach der Phenolbehandlung normal. Bei der Mehrzahl unserer Patienten klingt sie innerhalb von weniger als zwei Wochen ab. Die vollständige Wundheilung kann im Einzelfall länger dauern. Weitere Kontrollen und die Verbandversorgung richten wir nach dem Befund aus.

Habe ich nach der Operation Schmerzen? Brauche ich Antibiotika?

Die Beschwerden nach dem Eingriff sind erfahrungsgemäß meist gering. Dennoch verordnen wir bereits bei der Planung der Operation immer ein individuell auf Ihre Verträglichkeit abgestimmtes Schmerzmittel, damit Sie bei Bedarf versorgt sind. Bei unseren Nachkontrollen berichtet die überwiegende Mehrzahl der Patienten, dass sie dieses Schmerzmittel gar nicht benötigt hat.

Antibiotika sind nur selten erforderlich. Eine Rötung am eingewachsenen Nagel ist zunächst häufig Ausdruck der örtlichen entzündlichen Reizung und nicht automatisch eine bakterielle Infektion, die eine Antibiotikatherapie erfordert. Ob im Einzelfall zusätzliche Maßnahmen nötig sind, beurteilen wir bei der Untersuchung.

Wann kann ich duschen, Schuhe tragen, arbeiten und Sport treiben?

Duschen: Nach dem ersten Verbandwechsel bei uns ist normales Duschen in der Regel wieder möglich. Auf Vollbäder sollten Sie verzichten, bis die Wunde vollständig abgeheilt ist.

Schuhe und Arbeit: Nach dem ersten Verbandwechsel können Sie normalerweise wieder gewöhnliche Schuhe tragen. Bei einer körperlich wenig belastenden Tätigkeit, etwa im Büro, ist die Rückkehr zur Arbeit häufig bereits dann möglich.

Sport: Abhängig von der Belastung des Vorfußes empfehlen wir eine Sportpause von etwa zwei bis vier Wochen. Sportarten mit starkem Abstoßen über den Großzeh, häufigen Richtungswechseln oder hoher Laufbelastung können eine längere Schonung erfordern.

Warum behandeln wir bei beidseitigem Befund nur einen Fuß?

Nicht selten sind die Zehennägel an beiden Füßen betroffen. Wir behandeln dann grundsätzlich zunächst nur einen Fuß. Der zweite Eingriff erfolgt nach ausreichender Erholung der zuerst behandelten Seite.

Der Großzeh ist für das Abrollen und für die Wahrnehmung des Kontakts zum Untergrund wichtig. Nach einer Operation können Empfindlichkeit und Belastbarkeit vorübergehend verändert sein. Werden beide Großzehen gleichzeitig behandelt, kann das die Gangsicherheit beeinträchtigen – besonders bei Dunkelheit oder auf unebenem Untergrund. Mit unserem zeitlich versetzten Vorgehen möchten wir solche Einschränkungen und mögliche Stürze vermeiden.

Kann der Nagel nach der Phenolbehandlung wieder einwachsen?

Die gezielte Behandlung der seitlichen Nagelmatrix soll verhindern, dass der problematische Nagelstreifen erneut nachwächst. Das Verfahren hat gute langfristige Erfolgsaussichten; ein erneutes Einwachsen lässt sich jedoch auch damit nicht vollständig ausschließen. Sollte es erneut zu Beschwerden kommen, prüfen wir die Ursache und besprechen eine passende Behandlung.

Was erwartet mich beim ersten Termin?

Beim ersten Termin untersuchen wir den Nagel und beraten Sie zu den Behandlungsmöglichkeiten. Dabei klären wir, ob eine konservative Maßnahme, eine Nagelspange oder ein kleiner operativer Eingriff sinnvoll ist.

Bitte beachten Sie: Die Erstvorstellung dient der Untersuchung, Beratung und gegebenenfalls der Operationsplanung. Ein erforderlicher Eingriff wird in aller Regel nicht unmittelbar bei diesem ersten Termin vorgenommen, sondern gesondert geplant. Dies gilt auch, wenn Sie eine längere Anreise haben.