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Labialplastik – Verkleinerung der inneren Schamlippen
Form und Größe der inneren Schamlippen unterscheiden sich von Frau zu Frau erheblich. Es gibt nicht die eine „richtige“ oder „normale“ Form. Eine Labialplastik kann jedoch sinnvoll sein, wenn vergrößerte innere Schamlippen im Alltag konkrete Beschwerden verursachen.
Die meisten Patientinnen, die sich bei uns vorstellen, berichten über funktionelle Beschwerden: Reiben oder Druck beim Sport, insbesondere beim Fahrradfahren oder Reiten, Einklemmen in enger Kleidung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder wiederkehrende lokale Reizungen. Rein kosmetische Beweggründe stehen bei unseren Patientinnen deutlich seltener im Vordergrund.
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Einige Patientinnen berichten zusätzlich über wiederkehrende Harnwegsinfektionen; mitunter erfolgt die Vorstellung auch auf Empfehlung der behandelnden Gynäkologin oder des behandelnden Gynäkologen.
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist jedoch nicht ausreichend belegt, dass vergrößerte innere Schamlippen generell rezidivierende Harnwegsinfektionen verursachen oder dass eine Labialplastik diese zuverlässig verhindert. Eine Schamlippenverkleinerung versprechen wir deshalb nicht als Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfektionen. Wiederkehrende Harnwegsinfektionen sollten unabhängig davon gynäkologisch beziehungsweise urologisch abgeklärt werden.
Funktion und natürliches Erscheinungsbild
Funktionelle Beschwerden und der Wunsch nach einem natürlichen Erscheinungsbild lassen sich bei einem Intimeingriff nicht sinnvoll voneinander trennen. Beides berücksichtigen wir bei der Operationsplanung.
Unser Ziel ist, nur so viel Gewebe zu entfernen, wie zur Behandlung der Beschwerden erforderlich ist, und dabei eine natürlich wirkende Form und ausreichende Gewebefunktion zu erhalten.
Welche Operationstechnik verwenden wir?
Am häufigsten verwenden wir eine Trim- beziehungsweise Edge-Technik. Dabei wird der störende Anteil der inneren Schamlippe entlang ihres Randes entfernt und die natürliche Kontur neu geformt.
Die Operationsmethode wird jedoch nicht schematisch festgelegt. Anatomie, Ausprägung, vorhandene Asymmetrien und das gewünschte Ergebnis bestimmen das Vorgehen. Die Wunde wird mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen.
Ein geschütztes Setting für einen sehr persönlichen Eingriff
Eine Labialplastik betrifft einen besonders intimen Körperbereich. Uns ist deshalb wichtig, dass sich unsere Patientinnen während der gesamten Behandlung sicher und respektvoll aufgehoben fühlen.
Wir führen den Eingriff grundsätzlich ambulant in Vollnarkose im OP-Bereich des MARE Klinikums durch. Die etwa 30-minütige Operation findet in Steinschnittlage und mit einem vollständigen OP-Team statt. Durch die Vollnarkose erlebt die Patientin dieses operative Setting nicht bewusst.
Nach der Operation erfolgt die weitere Betreuung und Überwachung im Krankenhaus. Anschließend kann die Patientin unser Krankenhaus wieder verlassen und sich zu Hause weiter erholen.
Vorbereitung des Gewebes
Ist das Gewebe im Intimbereich sehr trocken, dünn oder empfindlich, kann in ausgewählten Fällen vor der Operation eine lokale vaginale Östrogenbehandlung sinnvoll sein. Ob dies angezeigt ist, entscheiden wir individuell und nicht allein anhand des Lebensalters.