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Schamlippenverkleinerung (Labialplastik)
Form und Größe der inneren Schamlippen unterscheiden sich von Frau zu Frau erheblich. Auch unterschiedlich lange oder über die äußeren Schamlippen hinausragende innere Schamlippen sind zunächst eine normale anatomische Variante. Eine Schamlippenverkleinerung (Labialplastik), auch Schamlippenkorrektur genannt, kann jedoch sinnvoll sein, wenn die inneren Schamlippen konkrete Beschwerden verursachen.
Gut informiert entscheiden
Wir wissen, dass Fragen zu einem so persönlichen und intimen Eingriff nicht immer leicht anzusprechen sind. Deshalb ist es uns besonders wichtig, Sie bereits auf dieser Seite ausführlich und verständlich zu informieren – über die Möglichkeiten der Schamlippenverkleinerung ebenso wie über den Operationsablauf, die Heilung und mögliche Risiken.
Diese Informationen sollen Ihnen helfen, sich in Ruhe mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das persönliche und selbstverständlich vertrauliche Beratungsgespräch können und sollen sie nicht ersetzen.
Wann kann eine Schamlippenverkleinerung sinnvoll sein?
Die meisten Patientinnen, die sich bei uns vorstellen, berichten über funktionelle Beschwerden: Reibung oder Druck beim Sport, insbesondere beim Fahrradfahren oder Reiten, Einklemmen in enger Kleidung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder wiederkehrende lokale Reizungen. Auch eine ausgeprägte Asymmetrie kann als störend empfunden werden. Rein kosmetische Beweggründe stehen bei unseren Patientinnen deutlich seltener im Vordergrund.
Nicht jede anatomische Besonderheit muss operiert werden. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, besprechen wir anhand des individuellen Befunds, der Beschwerden und der persönlichen Wünsche.
Wie erfolgt die Schamlippen-OP?
Unsere Operationsplanung zielt darauf ab, das gewünschte natürliche Erscheinungsbild und die anatomische Funktion gleichermaßen zu berücksichtigen.
Am häufigsten verwenden wir die Trim- beziehungsweise Edge-Technik. Dabei wird ein individuell festgelegter Anteil am freien Rand der inneren Schamlippen entfernt. Wo das Gewebe stärker ausgeprägt ist, kann die Randresektion entsprechend breiter ausfallen. Die Schnittführung orientiert sich am jeweiligen Befund und wird nicht schematisch festgelegt.
Die folgenden Zeichnungen veranschaulichen das Prinzip an einem Beispiel mit unterschiedlich stark ausgeprägten inneren Schamlippen. Sie sind schematisch und stellen kein garantiertes Operationsergebnis dar.
Die Wunden werden mit sehr feinem, resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen. Ein regulärer Fadenzug ist daher nicht erforderlich.
Ein geschütztes Setting für einen sehr persönlichen Eingriff
Eine Schamlippenverkleinerung betrifft einen besonders intimen Körperbereich. Uns ist wichtig, dass sich unsere Patientinnen während der gesamten Behandlung sicher und respektvoll aufgehoben fühlen.
Wir führen den etwa 30-minütigen Eingriff grundsätzlich ambulant in Vollnarkose im OP-Bereich des MARE Klinikums mit einem vollständigen OP-Team durch. Durch die Vollnarkose erlebt die Patientin dieses operative Setting nicht bewusst.
Nach der Operation werden Sie im Aufwachbereich von unserem Anästhesieteam betreut. Sobald Sie ausreichend aus der Narkose erwacht sind, können Sie das Krankenhaus wieder verlassen. Bitte beachten Sie, dass Sie in den ersten 24 Stunden nach der Narkose nicht selbst Auto fahren dürfen. Organisieren Sie deshalb bitte eine Begleitperson, die Sie nach Hause bringt.
Habe ich nach der Operation Schmerzen?
Die große Mehrzahl unserer Patientinnen berichtet im Nachhinein über nur geringe Schmerzen nach der Schamlippenverkleinerung.
Bereits bei der Operationsplanung erhalten Sie von uns eine individuell auf Sie abgestimmte Schmerzmedikation, damit Sie für die ersten Tage nach dem Eingriff gut vorbereitet sind.
Heilungsverlauf und Verhalten nach der Operation
Die inneren Schamlippen sind sehr gut durchblutet und heilen in aller Regel gut. Leichte Nachblutungen mit rosafarbenen oder rötlichen Spuren auf der Slipeinlage sind in den ersten Tagen nicht ungewöhnlich. Stärkere Nachblutungen sind selten. Sollte dennoch eine stärkere oder anhaltende Blutung auftreten, sind wir selbstverständlich jederzeit für Sie erreichbar.
Wundheilungsstörungen beobachten wir bei unseren Patientinnen ausgesprochen selten. Durch unsere standardisierte postoperative Nachbetreuung können wir mögliche Probleme frühzeitig erkennen und bei Bedarf rechtzeitig eingreifen. So lässt sich das Risiko für einen komplizierten Heilungsverlauf zusätzlich verringern.
Eine spezielle Wundpflege ist normalerweise nicht erforderlich; gewöhnliche Slipeinlagen genügen. Duschen ist ab 48 Stunden nach der Operation möglich.
- Arbeit: Bei einer typischen Bürotätigkeit ist die Rückkehr häufig innerhalb einer Woche möglich. Nach einer Operation am Mittwoch können viele Patientinnen bereits am folgenden Montag wieder arbeiten.
- Sport und körperliche Belastung: Für ungefähr zwei Wochen, bis zur ausreichenden Wundheilung, empfehlen wir Schonung.
- Baden: Etwa zwei Wochen vermeiden, da längeres Baden das vorzeitige Auflösen des feinen Nahtmaterials begünstigen kann.
- Geschlechtsverkehr: Für etwa vier bis sechs Wochen pausieren.
Das sehr feine Nahtmaterial und die frischen Wundränder müssen in der ersten Heilungsphase geschont werden. Eine zu frühe mechanische Belastung kann die Naht reizen oder dazu führen, dass Wundränder auseinanderweichen. In solchen Fällen kann eine erneute Naht erforderlich sein. Die Empfehlungen passen wir dem individuellen Heilungsverlauf an.
Welche Risiken bestehen?
Wie bei jeder Operation sind Komplikationen möglich, darunter stärkere Nachblutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Wundheilungsstörungen beobachten wir bei unseren Patientinnen ausgesprochen selten.
Auch Narbenbildung, verbleibende Formunterschiede und Sensibilitätsveränderungen sind möglich. Sensibilitätsstörungen sind nach unserer Erfahrung selten und, wenn sie auftreten, meist vorübergehend; dauerhafte Veränderungen lassen sich jedoch nicht sicher ausschließen. Die individuellen Risiken besprechen wir im Beratungsgespräch.
Was kostet eine Schamlippenverkleinerung?
Die Kosten hängen vom individuellen anatomischen Befund und dem erforderlichen Operationsumfang ab. Die konkreten Kosten teilen wir Ihnen im persönlichen Beratungsgespräch mit.
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Einige Patientinnen berichten zusätzlich über wiederkehrende Harnwegsinfektionen; mitunter erfolgt die Vorstellung auch auf Empfehlung der behandelnden Gynäkologin oder des behandelnden Gynäkologen.
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist nicht ausreichend belegt, dass vergrößerte innere Schamlippen generell wiederkehrende Harnwegsinfektionen verursachen oder dass eine Labialplastik diese zuverlässig verhindert. Eine Schamlippenverkleinerung bieten wir deshalb nicht als Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfektionen an. Diese sollten unabhängig davon gynäkologisch beziehungsweise urologisch abgeklärt werden.
Ist eine besondere Vorbereitung erforderlich?
Bei dünnem und empfindlichem Schleimhautgewebe kann in Einzelfällen eine vorbereitende lokale Behandlung mit östrogenhaltigen Vaginalzäpfchen sinnvoll sein. Ob dies bei Ihnen empfehlenswert ist, besprechen wir mit Ihnen individuell.