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Gallensteine – Erkrankungen der Gallenblase
Gallensteine (Cholezystolithiasis) entstehen in der Gallenblase und bleiben bei vielen Menschen lange unbemerkt. Beschwerden entstehen häufig erst dann, wenn ein Stein den Abfluss der Galle behindert oder die Gallenblase gereizt beziehungsweise entzündet wird.
Typisch sind anfallsartige Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch, häufig nach dem Essen. Die Schmerzen können in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen und von Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden.
Müssen Gallensteine immer operiert werden?
Nein. Beschwerdefreie Gallensteine müssen in der Regel nicht operiert werden. Viele Menschen haben Gallensteine, ohne jemals Beschwerden dadurch zu entwickeln.
Anders ist die Situation bei wiederkehrenden typischen Gallenkoliken, Entzündungen der Gallenblase oder anderen durch Gallensteine verursachten Komplikationen. Dann kann die operative Entfernung der Gallenblase die sinnvollste Behandlung sein.
Entscheidend ist deshalb nicht allein der Nachweis von Gallensteinen, sondern ob die Beschwerden tatsächlich zu einer Erkrankung der Gallenblase passen.
Wie werden Gallensteine untersucht?
Neben der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung ist der Ultraschall des Bauchraumes die wichtigste Untersuchung. Damit lassen sich Gallensteine, die Gallenblase und häufig auch Hinweise auf eine Entzündung beurteilen.
Abhängig von den Beschwerden und dem Befund können zusätzlich Blutuntersuchungen oder weitere bildgebende Untersuchungen erforderlich sein. Insbesondere muss bei entsprechenden Hinweisen geklärt werden, ob sich möglicherweise auch Steine im Gallengang befinden.
Wie wird die Gallenblase operiert?
Wenn eine Operation erforderlich ist, wird in der Regel nicht nur der einzelne Stein, sondern die Gallenblase mitsamt den darin befindlichen Steinen entfernt. Damit wird die Ursache für die erneute Bildung von Gallenblasensteinen beseitigt.
Die Operation erfolgt normalerweise laparoskopisch – also minimalinvasiv. Über kleine Zugänge werden eine Kamera und feine Operationsinstrumente in den Bauchraum eingebracht. Die Gallenblase wird sorgfältig von ihren Verbindungen gelöst und anschließend entfernt.
Warum wird nicht nur der Gallenstein entfernt?
Würde man lediglich einzelne Steine aus der Gallenblase entfernen, bliebe die Gallenblase als Ort der Steinbildung erhalten. Es könnten sich erneut Gallensteine bilden. Bei einer operationsbedürftigen Gallensteinerkrankung ist deshalb die Entfernung der Gallenblase das etablierte operative Verfahren.
Kann man ohne Gallenblase normal leben?
Die Leber produziert auch nach Entfernung der Gallenblase weiterhin Galle. Die Gallenblase dient vor allem als Speicher und zur Eindickung der Galle. Nach der Operation fließt die von der Leber gebildete Galle direkt über die Gallenwege in den Darm.
Die meisten Menschen können nach abgeschlossener Erholung ohne Gallenblase normal essen und leben. Individuelle Verdauungsbeschwerden können jedoch vorkommen.
Wann müssen Beschwerden rasch abgeklärt werden?
Anhaltende oder sehr starke Oberbauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost können auf eine akute Entzündung hinweisen. Eine Gelbfärbung von Haut oder Augen kann ein Zeichen für eine Abflussbehinderung der Galle sein. Auch anhaltendes Erbrechen oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollten zeitnah beziehungsweise akut ärztlich abgeklärt werden.
Bei ausgeprägten akuten Beschwerden ist eine unmittelbare Vorstellung in einer geeigneten Notfallversorgung erforderlich.
Gallenblasenoperation bei MARE MED
Wir untersuchen und behandeln Patienten mit Gallensteinen in Kiel und Kronshagen und führen die operative Entfernung der Gallenblase laparoskopisch durch. Vor einer Operation klären wir, ob die Beschwerden tatsächlich zur Gallenblase passen und ob eine Operation medizinisch sinnvoll ist.
Auch hier bedeutet schonende Chirurgie für uns nicht, möglichst schnell zu operieren, sondern nur dann zu operieren, wenn der Eingriff aufgrund der Beschwerden und des Befundes sinnvoll ist – und ihn dann möglichst gewebeschonend durchzuführen.