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Adhäsionen – Verwachsungen im Bauchraum
Adhäsionen (Verwachsungen) sind bindegewebige Verbindungen zwischen Organen oder Gewebeflächen im Bauchraum, die normalerweise frei gegeneinander beweglich sind. Sie können insbesondere nach Operationen, Entzündungen oder anderen Erkrankungen im Bauchraum entstehen.
Viele Verwachsungen verursachen überhaupt keine Beschwerden. Bei manchen Menschen können sie jedoch mit wiederkehrenden Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder – in ausgeprägten Fällen – einer Behinderung der Darmpassage zusammenhängen.
Sind Verwachsungen die Ursache meiner Bauchschmerzen?
Diese Frage lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Adhäsionen sind nach vorausgegangenen Bauchoperationen häufig, gleichzeitig können Bauchschmerzen zahlreiche andere Ursachen haben. Der Nachweis oder die Vermutung von Verwachsungen bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sie für bestehende Beschwerden verantwortlich sind.
Vor einer Operationsentscheidung ist es wichtig, Krankengeschichte, vorausgegangene Eingriffe, Art und Verlauf der Beschwerden sowie bereits vorliegende Untersuchungsergebnisse gemeinsam zu betrachten.
Müssen Adhäsionen operiert werden?
Der Nachweis oder die Vermutung von Adhäsionen allein ist keine Operationsindikation. Eine operative Lösung von Verwachsungen – die sogenannte Adhäsiolyse – kommt vor allem dann infrage, wenn Beschwerden und Befunde einen ursächlichen Zusammenhang ausreichend wahrscheinlich machen oder wenn durch Verwachsungen eine konkrete Komplikation entsteht.
Gerade bei unspezifischen chronischen Bauchschmerzen muss der mögliche Nutzen eines Eingriffs sorgfältig gegen seine Risiken abgewogen werden.
Warum ist die Entscheidung zur Operation besonders sorgfältig?
Jede Operation im Bauchraum kann selbst wieder neue Verwachsungen verursachen. Eine Operation ausschließlich mit dem Ziel, vorhandene Adhäsionen zu lösen, ist deshalb nicht automatisch die schonendste Behandlung.
Schonende Chirurgie bedeutet bei Adhäsionen auch eine zurückhaltende Operationsindikation. Wir operieren nicht allein deshalb, weil Verwachsungen vermutet oder beschrieben wurden, sondern wenn vom Eingriff ein nachvollziehbarer medizinischer Nutzen zu erwarten ist.
Wie werden Verwachsungen operiert?
Ist eine operative Behandlung sinnvoll, können Verwachsungen in geeigneten Fällen laparoskopisch, also minimalinvasiv, gelöst werden. Über kleine Zugänge wird der Bauchraum mit einer Kamera dargestellt und die störenden Verwachsungen werden gezielt voneinander getrennt.
Ob ein minimalinvasives Vorgehen möglich und sinnvoll ist, hängt unter anderem von vorausgegangenen Operationen, der vermuteten Lage und Ausprägung der Verwachsungen sowie vom konkreten Behandlungsziel ab.
Können Verwachsungen einen Darmverschluss verursachen?
Ausgeprägte Adhäsionen können den Darm abknicken oder einengen und dadurch einen Darmverschluss (Ileus) verursachen. Starke oder zunehmende Bauchschmerzen, ein deutlich geblähter Bauch, wiederholtes Erbrechen oder ein ausbleibender Stuhl- und Windabgang können Warnzeichen sein.
Bei einem möglichen Darmverschluss handelt es sich nicht um einen regulären Sprechstundenfall. Solche Beschwerden müssen unverzüglich in einer geeigneten Notfallversorgung abgeklärt werden.
Behandlung von Verwachsungen bei MARE MED
Wir beraten Patienten mit vermuteten oder bekannten Verwachsungen nach vorausgegangenen Operationen und beurteilen, ob eine operative Behandlung sinnvoll sein kann. Dabei ist uns eine realistische Einschätzung besonders wichtig: Nicht jede Verwachsung verursacht Beschwerden und nicht jeder chronische Bauchschmerz lässt sich durch eine Adhäsiolyse beheben.
Wenn eine Operation medizinisch sinnvoll erscheint, planen wir den Eingriff so gezielt und gewebeschonend wie möglich. Wenn der erwartbare Nutzen einer Operation nicht überzeugt, kann die Entscheidung gegen einen Eingriff die schonendere Behandlung sein.